Work life balance

Work-Life-Balance oder Wieso ich erst zusammenbrechen musste

Dieser schöne Gastbeitrag von Melanie kam durch ein Blogwichteln der Blog-Camp-Community zustande. In den Wochen vor Weihnachten haben sich zahlreiche Blogger gegenseitig Artikel geschrieben, was zu einem tollen Austausch geführt hat.

Lassen wir Melanie zu Wort kommen:

Berufs- und Privatleben in Einklang zu bringen, ist nicht so leicht! Bei mir war die Work-Life-Balance zeitweise gewaltig in Schräglage geraten.

Dabei liebe ich alle Bereiche meiner Arbeit! Bis vor kurzem war ich unter anderem beruflich noch viel auf Messen unterwegs. Dieser Bereich hat aber durch das Wachstum der Firma, für die ich unterwegs war, über die Jahre erheblich zugenommen.

Was ist eigentlich Work-Life Balance?

Laut 4Managers steht der Begriff Work-Life-Balance für einen Zustand, in dem Arbeits- und Privatleben miteinander in Einklang stehen.

Die Begriffsbildung Work-Life-Balance stammt aus dem Englischen: Arbeit (work), Leben (life), Gleichgewicht (balance).

Herausforderungen besonders für Frauen

Gerade das Berufsleben hält so einige Herausforderungen bereit. Die typische geradlinige Laufbahn gibt es – gerade für Frauen – meiner Meinung nach nicht mehr.

Immer wieder gibt es Abzweigungen im Leben, die Umdenken erfordern. Spätestens wenn Frau Kinder bekommt, ist der übliche Karriereweg oft nicht mehr möglich.

Aber auch ohne Kinder ist Frau in der Regel für die Familie zuständig. Das hat sich auch heute nicht geändert. Müssen zum Beispiel die Eltern im Alter gepflegt werden, sind es ebenfalls meistens Frauen, die diese Aufgaben übernehmen.

Arbeitsüberlastung an allen Fronten

Die Tatsache, viel arbeiten zu müssen, vertrug sich leider langfristig überhaupt nicht mit meinem Privatleben. Ich manage „nebenbei“ noch ein kleines Familienunternehmen von sieben Personen, davon zwei kleine Kinder im Alter von drei und fünf Jahren.

Ihr könnt mir glauben: Ich wollte und liebte das alles! Mein Privatleben als Großfamilie ebenso wie meine kleine Karriere. Nichts davon wollte ich missen. Trotzdem bin ich unbemerkt in ein Hamsterrad geraten.

Im Oktober dieses Jahres bin ich aufgrund von Arbeitsüberlastung an allen Fronten zusammengebrochen. Nein, es war noch kein Burnout, aber ich war auf dem besten Wege dahin.

Nach meinem körperlichen Zusammenbruch ging erstmal gar nichts mehr. Ich fühlte mich schlapp und ausgelaugt. Wenn meine Kinder nicht gewesen wären, hätte ich vermutlich nur noch geschlafen.

Schnell war klar, was ich schon lange ahnte: Es muss sich was ändern!

Work-Life-Balance: Die Einsicht kommt

Einsicht ist ja bekanntlich der erste Weg zur Besserung. Aber gerade dieser Part ist mir am schwersten gefallen.

Ein Teil meiner Arbeit war (glücklicherweise) schon immer selbstständig.

Da sind meine Nähkurse, mein Näh- und Kreativblog und einige sehr schöne Kooperationen. Ja, dieser Bereich ist stark gewachsen.

 

Selbst mir war jetzt klar, dass es an der Zeit ist, sich von einem liebgewonnen Teil meines Lebens zu verabschieden.

Mein Lebensstil passt nicht

Im Grunde war mir schnell klar, von welchem Teil ich mich verabschieden muss und will. Die vielen Geschäftsreisen und Messen passten einfach nicht mehr zu meiner jetzigen Lebenssituation.

Dazu kommt, dass Firmen bei Wachstum starrere Formen bekommen und Flexibilität verlieren. Ich habe aber immer sehr frei gearbeitet und möchte dies auch weiterhin tun.

Ich bin nicht die typische Angestellte, die morgens um acht Uhr ins Büro hetzt und bis 17 Uhr arbeitet. Ich passte und passe nicht in die typische Arbeitswelt.

Ich arbeite gerne und auch gerne viel, aber eben so, wie es zu mir und meinem Leben passt.

So kann es ein, das ich nachts noch einen Blogbeitrag verfasse, einfach weil ich gerade die besseren Eingebungen habe oder ich schlichtweg, dank zweier kleiner Kinder, nicht vorher dazu gekommen bin.

Angst vor der Zukunft

Das Ganze hatte aber einen Haken. Bei dieser Firma war ich angestellt! Eine Festanstellung bietet immer eine gewisse finanzielle Sicherheit. Gerade bei so einer großen Familie ist das nicht zu verachten, sodass ich die Kündigung nicht auf die leichte Schulter genommen habe.

Bei genauerem Hinsehen hatte sich mein zweites Standbein – die Näherei – aber inzwischen so gut entwickelt, dass ich tatsächlich inzwischen davon leben kann und mich getraut habe, den Schritt zu gehen.

Es sind noch keine Reichtümer vorhanden und wir müssen rechnen, aber es ist machbar.

 Fazit: Nimm dein Leben unter die Lupe!

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Dieser chinesischen Weisheit hätte ich schon viel früher folgen sollen. Das Leben mit Kindern ist sowieso ständigem Wandel unterworfen.

In diesem Sinne: Hab keine Angst vor Veränderungen und nimm dein Leben, sowohl das berufliche als auch das private ab und zu mal unter die Lupe.

Übrigens, eigentlich bin ich gelernte Bankkauffrau. Die Berufswahl beim Einstieg ins Berufsleben passt eben auch nicht immer beim ersten Versuch!

Ein großes Dankeschön für diesen Beitrag an Melanie von Allesnähbar.de

 

Wie sieht es mit deiner Work-Life-Balance aus? Ist sie im Lot?

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