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Schnäppchenjagd im Schlussverkauf – Warum sich das nicht lohnt!

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Dein Herz schlägt schneller, fast magisch locken dich die großen Schilder mit den roten Zahlen in den Schaufenstern an. Du kannst deine Blicke nicht abwenden und hast schon eine Handtasche entdeckt, die du schon immer haben wolltest. Nun gibt`s kein Halten mehr!

Deine Beine gehen in Richtung Eingangstür, deine Hand kramt schon in deiner Tasche nach dem Portemonaie, gleich wird dein Traum wahr: Du machst ein echtes Schnäppchen im Schlussverkauf.

Aber ist das wirklich ein Schnäppchen? Oder lohnt sich die Schnäppchenjagd etwa gar nicht?

Meine Einstellung hat sich mittlerweile geändert und ich verzichte zu 99 Prozent darauf, das einzigartige und nie wiederkommende Angebot anzunehmen. Warum das so ist, erzähle ich dir in diesem Beitrag.

Schnäppchenjagd ist immer!

Ein Problem ist, dass es heutzutage ständig einen Schlussverkauf gibt. Schaust du dir die Geschäfte an, hängt in jedem zweiten Schaufenster ein großes Schild mit dem Aufdruck “Sale”. Als ich aufgewachsen bin, war das noch anders.

Zweimal jährlich gab es regelrechte Schlachten am Tresen: Beim Winterschlussverkauf und im Sommerschlussverkauf. Jeweils nur für wenige Tage. Ich weiß noch, wie meine beste Freundin und ich auf diese Tage hingefiebert haben, um uns etwas Tolles zu kaufen. Das war aufregend!

Die Zeiten haben sich zwar geändert, das Schnäppchenjagd-Gen schlummert aber immer noch in uns. Und wacht auf, wenn grelle Farben in Kombination mit bestimmten Reizwörtern in unser Auge fallen.

Kennst du Mondpreise?

Aber wusstest du eigentlich, dass die vermeintlichen Schnäppchen teilweise eine regelrechte Verarsche sind?

Die Rede ist von den sogenannten Mondpreisen.

Damit sind Produkte gemeint, die von vorn herein vom Hersteller mit einem absichtlich zu hohen Verkaufspreis ausgezeichnet sind, damit der Händler sie dann günstiger anbieten kann. Natürlich klebt er dafür ein “Achtung jetzt Schnäppchen!”-Schild an Handtasche oder Bluse, damit dein Jagdtrieb erwacht.

Mittlerweile sind Mondpreise zwar offiziell verboten, wie aber dieser Beitrag von Sat1 zeigt, stören sich anscheinend nicht alle Händler daran.

Als ich 14 oder 15 Jahre alt war, habe ich mir in einem Kleidungsgeschäft ein paar Euro dazuverdient. Ich musste im Lager die neu eingetroffene Ware auspacken, auszeichnen und im Geschäft einräumen.

Regelmäßig kam niegelnagelneue Kleidung in großen Mengen rein, bei der ich den Originalpreis mit einem orangen Reduziert-Aufkleber überkleben musste. Kam die Ware dann in den Laden, dachte der Kunde natürlich, seine Schnäppchenjagd sei erfolgreich.

Falsch gedacht, reingelegt – Mondpreise.

Mit Tricks auf Kundenfang

Ähnlich ist es, wenn du in Prospekten tolle Angebote siehst, die aber mit einem * ausgezeichnet sind. Bei Möbeln oder Elektrogeräten ist das oft zu sehen.

Das sind in vielen Fällen nur Lockmittel. Schau dir mal genau an, was sich im Kleingedruckten versteckt. Einschränkungen oder Bedingungen sind keine Seltenheit. Du bekommst das coole Sofa zum Schnäppchenpreis nur, wenn du es in zehn Meter Länge kaufst. Tut mir echt leid, dass du nur ein Durchschnittswohnzimmer hast, aber als Zwei- oder Dreisitzer kostet es 2.000 Euro. Ups!

Blöd ist nur, dass du dich dann oft schon im Geschäft und damit in den Fängen des geschulten Verkäufers befindest. Wenn`s ganz blöd läuft, hast du dich schon in das Sofa verliebt und lässt dich dazu überreden, die kleinere Variante zum teuren Preis zu kaufen. Vielleicht bekommst du noch ein paar Kissen dazu oder einen passenden Hocker zum ermäßigten Preis aufgeschwatzt.

Du gewinnst damit aber nicht – das macht der Verkäufer.

Du gibst stattdessen viel mehr Geld aus als geplant. Da kann ich nur hoffen, dass du nicht noch zusätzlich einen Kredit im Möbelhaus aufgenommen hast, um dir das Sofa überhaupt leisten zu können. Die Schuldenfalle schnappt schnell zu.

Was brauchst du wirklich?

Bis vor ein paar Monaten habe ich auch noch nach Schnäppchen gesucht.

Gerne habe ich bei Ebay oder Kleiderkreisel dann gebrauchter Markenkleidung gesucht und auch oft bekommen. Irgendwann ist mir aber ein Licht aufgegangen, dass ich diese Sachen eigentlich weder brauche noch wirklich haben will.

Nämlich dann, als ich angefangen habe, für meinen Umzug auszumisten.

Welche Kleidung habe ich zuerst aussortiert? Meine Ebay-Schnäppchen. Die meisten Sachen hab ich ersteigert, mich kurz gefreut und dann sind sie im Kleiderschrank gelandet. Angezogen hab ich sie nie.

Den Wert deiner Sachen zu schätzen wissen

Selbst wenn ich also nur ein paar Euro für eine neue (gebrauchte) Jeans bezahlt habe, war das Stück im Endeffekt zu teuer. Ich habe mein Geld verschwendet. Besser hätte ich es gespart und mir irgendwann etwas gekauft, was ich wirklich haben will.

Was zwar dann teurer ist, aber wo ich den Wert zu schätzen weiß. Und was ich tatsächlich gerne trage.

Vor allem, wenn du nur wenig Geld zur Verfügung hast oder dein Verhältnis zum Geld ändern willst, solltest du dir dein eigenes Verhalten einmal vor Augen halten.

  • Wie viel Geld gibst du im Monat für deine Schnäppchenjagd aus?
  • Wie viele dieser Schnäppchen sind wirklich in Benutzung?
  • Welche wertschätzt du tatsächlich?
  • Auf welche könntest du verzichten?

Die Antworten auf diese Fragen haben bei mir dazu geführt, dass mich Sonderangebote in den meisten Fällen überhaupt nicht mehr jucken. Das Geld wäre zum Fenster herausgeworfen.

Zumindest bei mir. Wie sieht`s bei dir aus?

Über deinen Kommentar freue ich mich.

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11 Kommentare

  1. Der Schlussverkauf ist für mich nie ein großes Thema gewesen. Auch heute habe ich ein gesundes Mißtrauen gegenüber den ganzen Werbeetiketten “Reduziert!”, “Schnäppchen!” , “Gelegenheit!” etc. Warum sollte ein Händler mich groß darauf hinweisen? Weil er ein gutes Herz hat? Wohl kaum. Zumindest für Dinge, die man im Online-Bereich erwerben kann gibt es ein gutes externes Tool, dass einem hilft echte Schnäppchen zu finden: http://www.snip-me.de Das gilt zwar nur für Amazon (ja, ich weiss: Es gibt bestimmt ethisch bessere Lieferanten) aber wenn man sich nur auf den besten Preis fokussieren möchte ist das definitiv eine Hilfe. Hat mir schon einiges an Geld gespart. 🙂

    1. Hallo René,
      danke für deinen Kommentar 🙂
      Das Tool kannte ich nicht, kommt aber für mich auch nicht in Frage.
      Wenn ich bei Amazon mal etwas bestelle, schaue ich eher auf die Bewertungen (Service ect) als auf den Preis. Dann entscheide ich mich auch schon mal für den teureren Preis, wenn dafür aber der Support schneller reagiert 🙂

      Viele Grüße
      Linda

  2. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Menschen in Trauben mit Klappstuhl, Thermokanne etc. vor den Eingangstüren größer Kaufhäuser herum standen oder saßen und sehnsüchtig darauf warteten, dass im Schlussverkauf diese ihre Türen öffneten. Und dann wurde gerannt, die Ellenbogen ausgefahren – nach den vermeintlichen Schnäppchen! Da wurde auch schon mal dem Anderen etwas entrissen – es waren die Schlachten. Ich fand es gruselig und abstoßend – so abstoßend, dass ich gegen die “Schnäppchen-Jagd” total immun bin – eigentlich sogar total ungern shoppen gehe!
    Ich kaufe nur “das” was ich wirklich benötige, allenfalls mal etwas aus der Reihe “im vorbei gehen”. Das heißt ich sehe spontan etwas, was mich sehr anspricht und ich auch gebrauchen kann. So habe ich schon bei über 40 Grad einen tollen Wintermantel erstanden – nicht zum Schnäppchenpreis – aber dafür einen Mantel, in den ich mich spontan “verliebt” hatte.

    1. Hallo Gina,
      oha – ist das dein Trauma? Das ist ja wirklich krass!
      Solche Szenen kenne ich eigentlich nur aus dem Fernsehen. In meiner Kleinstadt ging es da zum Glück wesentlich friedlicher zu 🙂
      Ich geh meistens shoppen, wenn ich wieder etwas Neues brauche bzw haben will, weil ich es so oft angezogen habe, dass es mir zum Hals raushängt 😀
      Aber dann gehts mir wie dir. Ich muss mich spontan verlieben, dann gehört es mir!

      Lieben Gruß
      Linda

  3. Hallo,
    ich kaufe nur das, was ich wirklich leiden mag und dann gucke ich im Internet nach der günstigsten Variante und hol es da, wo es am günstigsten ist.
    Ich kaufe nicht mehr etwas, nur weil es runtergesetzt ist.
    Lg

    1. Hallo Linda,
      dann hilft dir vielleicht das Tool, das René vorhin im Kommentar empfohlen hat 🙂
      Ich mach das so nicht.
      Entweder schau ich nach Online-Bewertungen oder ich kaufe auch bewusst lokal/regional. Wenn ich mich zum Beispiel zu einem Elektrogerät im Handel ausführlich beraten lasse, würde ich nie auf die Idee kommen, dann im Internet günstiger zu bestellen. Dann kaufe ich lieber teurer dort, wie ich den guten Service bekommen habe 🙂

      Viele Grüße
      Linda

  4. Aus der Sicht eines Käufers bin ich ein langweiliger Kunde. Ich kaufe nur die Dinge, die ich auch wirklich brauche und bei Schnäppchenschildern (wenn ich denn darauf reagiere) beachte ich nur den Preis, den ich in dem Moment zu zahlen habe und nicht, wie viel ich “eigentlich” sparen könnte.

  5. Hallo liebe Linda,

    Du triffst es in dem Artikel total auf den Punkt! Ich hab bis vor einem Jahr oder so auch immer noch Herzklopfen bekommen, wenn DAS ultimative Teil, das ich schon IMMER wollte, reduziert war. Meistens hielt das Gefühl aber nicht lange an und ich habe auch schnell gemerkt, dass ich Kompensationsshopping betrieben hab.

    Inzwischen verzichte ich sogar öfter auf den Sale und kaufe die Dinge wenn ich sie brauche, dann meistens zum normalen Preis. Fühlt sich besser an und ich weiß ihren Wert so auch besser zu schätzen 🙂

    Liebe Grüße
    Andrea

    1. Hallo Andrea,
      Kompensationsshopping ist ein gutes Wort 🙂

      Ich schaue mich allerdings immer noch gerne an den Sale-Ständen in Geschäften um. Wenn ich dann was sehe, was mir gefällt, frage ich mich aber drei Mal, ob ich es wirklich (!) haben will, ob ich mich in das Teil verknallt habe.
      Das muss nämlich sein, damit ich Mode auch tatsächlich trage. Alles, in was ich mich nicht spontan verliebt habe, hat in meinem Kleiderschrank keine Chance und fristet ein einsames Dasein … Und dann ist es egal, wie teuer es wahr 😉

      Lieben Gruß
      Linda

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