Sandra Völker über ihre Insolvenz und Dankbarkeit

Sandra Völker

Ich freue mich wie Bolle, dass ich heute Sandra Völker im Interview habe. Wenn du sportlich einigermaßen interessiert bist und zu meiner Generation gehört, ist dir ihr Name sicherlich ein Begriff. Sie ist eine von Deutschlands erfolgreichsten Sportlerinnen und wurde 1997, 98 und 99 zur Schwimmerin des Jahres gewählt.

45 Medaillen bei Deutschen Meisterschaften, drei olympische Medaillen und 60 Medaillen bei Europa-Meisterschaften hat sie in ihrer Karriere nach Hause gebracht.

Bei so viel Erfolg haben die meisten Menschen sofort im Kopf, dass sie eigentlich Millionen auf dem Konto haben müsste. Aber bei vielen Sportlern ist das nicht der Fall. Bei Sandra Völker kamen mehrere Faktoren zusammen, sodass sie 2014 als Selbstständige die Insolvenz anmelden musste.

In diesem Jahr ist ihr Buch “An Land kannst du nicht schwimmen” herausgekommen, in dem sie ihren Weg von der frühen Kindheit bis heute in der Insolvenz beschreibt.

Folgende Fragen hab ich Sandra Völker gestellt:

  • Wie war der Umgang mit Geld in ihrem Elternhaus?
  • Wann nahm das Schicksal seinen Lauf und es ging finanziell in die falsche Richtung?
  • Wie wichtig ist das Bauchgefühl heute bei ihren Geldentscheidungen?
  • Hat sie das Leben an irgendeinem Punkt als ungerecht empfunden?
  • Was würde sie heute beim Investieren anders machen?
  • Was hat Sandra Völker aus der Insolvenz bisher gelernt?
  • Wie wichtig ist hier heute Dankbarkeit?
  • Zum Schluss noch ein Tipp für Frauen, die merken, dass es geldmäßig nicht rund läuft?

Shownotes

“An Land kannst du nicht schwimmen”*, Sandra Völker

Jederkannschwimmen.de, Website von Sandra Völker

Was ich aus diesem Gespräch gelernt habe:

Wieder einmal habe ich gemerkt, dass es extrem wichtig ist, dass du dich von Anfang an um deine Geldangelegenheiten kümmerst. Ich habe das lange nicht gemacht und weiß jetzt, wie viel besser es sich anfühlt, Bescheid zu wissen.

Sandra Völker hat sogar mehr gemacht als wahrscheinlich viele andere. Sie hat sich mit ihrem Steuerberater getroffen, ist zur Schuldnerberatung gegangen und hat sich mit erfolgreichen Unternehmern über ihre Situation unterhalten. Trotzdem hat es nicht ausgereicht, um sie vor der Insolvenz zu bewahren.

Ein wichtiger Tipp, den ich immer wieder lese, ist, dass du dich vor Investitionen genau mit der Anlageform auseinandersetzt und sie wirklich verstehst.

Ich bin selbst ein Typ, der da schnell überstürzt handeln würde: “Oh ETFs sind praktisch – mach ich!” oder “Oh ja, Aktien sind aufregend, kauf ich!” Aber ich weiß heute, dass ich genau damit auf die Schnauze fliegen würde.

Der zweite Punkt ist die Dankbarkeit. Ich hab es im Interview nicht nur so gesagt, dass mich am letzten Kapitel ihres Buches die Geschichte über ihre Medaillen zu Tränen gerührt hat.

Ich finde es wirklich unglaublich schön, wie Freunde und auch Fremde Sandra in dieser Phase unterstützen. Medaillen, die sie gerne ihrer Tochter später zeigen würde, aber aufgrund der Insolvenz abgeben musste, lässt sie los und sie kommen zu ihr zurück. Ist das nicht wunderschön?

Sandra ist heute für vieles dankbar in ihrem Leben. Dinge, die sie früher als selbstverständlich angenommen hat, nimmt sie heute bewusst wahr.

Mir geht`s nicht anders. Vielleicht brauchen wir wirklich hier und da einen Tritt in den Hintern, um unser Leben mehr zu schätzen wissen.

Was nimmst du aus dem Interview mit?

 

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