5 Gründe, warum du deine Privatinsolvenz lieben solltest

 

Privatinsolvenz

Wo sind all die Menschen, die sich in der Privatinsolvenz befinden? Ich kenne niemanden persönlich.

Warum nicht, frage ich mich. Schämen sich die Betroffenen, dass es sie getroffen hat?

Dafür gibt es keinen Grund. Im Gegenteil! Es gibt sogar mehrere Gründe, warum du deine Privatinsolvenz lieben und dankbar sein solltest.

#1 Du bist bald schuldenfrei

Wie viele Schulden hast du?

Wegen 10.000 Euro geht wahrscheinlich kaum jemand in die private Insolvenz. Dieser Betrag lässt sich meistens irgendwie bei Freunden und Familie leihen.

Die Summen sind im Allgemeinen so hoch, dass du keine Möglichkeit siehst, in den kommenden Jahren die monatlichen Belastungen zahlen zu können. 50.000 oder 100.000 Euro Schulden sind da schon eine realistischere Summe.

Hast du dir einmal ausgerechnet, wie lange du diesen Batzen abzahlen müsstest? Denk daran, dass Zinsen und Zinseszinsen hinzukommen, die den Berg immer weiter anwachsen lassen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass du es in diesem Leben nicht mehr schaffst.

Mit der Privatinsolvenz bist du nach spätestens sieben Jahren durch damit. Ich finde, das ist ein Grund zu feiern!

#2 Du lernst, mit Geld umzugehen

Monatlich steht dir nur ein bestimmter Betrag zur Verfügung. Den Rest erhalten deine Gläubiger. Ärgerlich, aber so ist es nun einmal.

Du lernst in diesen Jahren, wie du am besten mit deinem Geld umgehst. Schließlich kannst du dein Vermögen nicht erhöhen, sondern musst mit dem zurecht kommen, was dir zur Verfügung steht.

Ein höherer Verdienst wird zwar mit einem Anstieg des Freibetrags belohnt, dieser ist allerdings eher gering.

Um gut über die Runden zu kommen, solltest du daher immer im Blick haben, wie deine Ausgaben sind, was du kauft und welche Verträge wirklich notwendig sind. Wenn dich deine Bankauszüge bisher nicht interessiert haben, sollten sie jetzt gute Freunde sein. Führe außerdem ein Haushaltsbuch.

#3 Du lernst, Schulden zu vermeiden

Wenn du schlau bist, machst du keine weiteren Schulden.

Passiert es dir trotzdem, kann es passieren, dass einer deiner Gläubiger die Aufhebung der Restschuldbefreiung beantragt.

Dann war alles für die Katz`!

Da du dein Bankkonto nicht überziehen kannst und von keiner seriösen Bank einen Kredit bekommst, sind neue Schulden auf diesem Weg nicht möglich. Auf Kredithaie solltest du dich auf keinen Fall einlassen – damit geht es dir im Zweifelsfall immer schlechter.

Brauchst du Geld für eine Anschaffung, frag dich, ob sie wirklich notwendig ist. Brauchst du tatsächlich ein neues Auto oder fährt das alte noch ein paar Jahre?

Sind Kühlschrank oder Waschmaschine kaputt, ist es in deiner Situation wahrscheinlich besser, ein gebrauchtes, günstiges Modell zu kaufen, als dich dafür zu verschulden. Wenn du Glück hast, bieten dir Freunde oder Familie einen zinsfreien Kredit.

#4 Du passt auf, wenn du Verträge unterschreibst

Ich bin in die Privatinsolvenz gerutscht, weil ich beim Hauskauf meine Unterschrift voreilig gesetzt habe.

Ich kann dir versichern, dass ich seitdem alles doppelt und dreifach durchlese, was ich unterschreibe.

Abgesehen davon ist es in diesen Jahren für dich sowieso schwerer, einen Vertrag abzuschließen. Viele Unternehmen weigern sich, einen verschuldeten Kunden anzunehmen.

Bedenke außerdem, dass du unter Umständen einen Bürgen brauchst, um ihn abzuschließen. Unterschreibst du Murks, ziehst du ihn damit ebenfalls ins Verderben.

Also: Durchlesen, verstehen und erst dann unterschreiben!

#5 Du weißt Kleinigkeiten wieder zu schätzen

Mit nur wenig Geld zum Leben bleibt dir kaum etwas anderes übrig, als deine Einstellung zu ändern.

Natürlich kannst du ebenso missmutig durch den Tag gehen und über die Ungerechtigkeit deines Lebens meckern, das bringt dich jedoch nicht weiter.

Es ist deutlich angenehmer, dich auf die schönen Seiten des Lebens zu konzentrieren. Auch ohne viel Geld kannst du sie entdecken.

Die ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühling, Kinderlachen oder dein Freund, der deine Hand drückt, sind solche Momente.

Führe ein achtsames Leben und die Jahre mit finanziellen Einschränkungen verlieren ihren Schrecken.

 

Kennst du jemanden, der sich in der Privatinsolvenz befindet?

Wie geht er mit dieser Situation emotional um?

Über deine Erfahrungen freue ich mich.

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17 Kommentare

  1. Hallo Linda

    Ich finde es toll, wie offen du mit diesem Thema umgehst. Mit Privatinsolvenz hatte ich zwar nie etwas zu tun, aber ich weiß, aber ich weiß, wie es sich anfühlt, wenig Geld zu haben. Und auch ohne Privatinsolvenz kann ich nur jedem davon abraten, einen Kredit aufzunehmen, denn gerade die Dinge, die man davon kauft, braucht man meist nicht wirklich. Den Kreditfehler habe ich selber gemacht – meine letzte Rate wird im April 2015 fällig sein, und das, was ich vom Geld gekauft habe, besitze ich mittlerweile gar nicht mehr. Das ist schon absurd.

    Liebe Grüße,
    Nuria

    1. Hallo Nuria,
      ja, solche Kreditfehler sind wirklich blöd 🙂
      Aber den machen sicherlich viele Menschen, du bist also nicht alleine damit. Ich hab das auch schon hinter mir 😉
      Letztendlich ist es aber ja nur wichtig, dass man aus seinen Fehlern lernt. Hab ich heute (oder gestern?) noch bei Facebook gelesen: “Wer einen Fehler ein zweites Mal macht, trifft eine Entscheidung.”

      Viele Grüße
      Linda

  2. Privatinsolvenz sehe ich tatsächlich auch als große Chance. Menschen kommen aus vielen Gründen in so eine schwere Situation und 7 Jahre sind eine lange Zeit. Deine Erfahrung mit deinem Hauskauf zeigt aber auch wieder, dass die selbst bewohnte Immobilie sehr gefährlich ist. Viele Menschen stehen näher am Abgrund als sie denken. Was mich nur wundert, ist, warum du das Haus nicht verkaufen konntest? Dann dürfte doch ein Großteil der Schuld schon abgezahlt sein.

    Meine Frau hat sich früher ebenfalls sehr stark auf mich verlassen, was Geld angeht. Seitdem ich sie aber mit der Idee der finanziellen Freiheit regelmäßig einbeziehe, versteht auch sie, was das für eine Chance für uns beide ist. Aber ich glaube, das ist für sie noch viel schwerer und härter als für mich.

    Ich wünsche dir eine gute Zeit und einen schnellen Fortschritt. So viele schlimme Erfahrungen in kurzer Zeit prägen unweigerlich. Es ist super, dass du dich davon nicht erdrücken lässt, sondern die Flucht nach vorn antrittst!

    1. Hallo Rico,
      nein, die Schulden wären bei einem Verkauf nicht abgezahlt gewesen.
      Außerdem gab es einige Faktoren am Haus, die einen schnellen Verkauf verzögert hätten.
      Über die Bank wurde es dann 2 Jahre nach meinem Auszug verkauft …

      Ich glaube, es ist wirklich wichtig, dass viele Frauen umdenken. Gut, dass deine schon soweit ist 🙂

      Viele Grüße und danke
      Linda

  3. Hallo Linda,

    durch meine eigene Insolvenz, kenne ich ein paar Menschen, die ebenfalls in einer sind/waren. Ich habe von Anfang an offen darüber gesprochen, da ich nach der Entscheidung einfach nur erleichtert war. Keine Rechnungen, Mahnungen und Vollstreckungsbescheide mehr…1000 Steine fielen von meinen Schultern.

    Ich habe, nur mit meinen beiden Kindern, ein komplett neues Leben angefangen. Ich ließ alles hinter mir, zog in ein anderes Bundesland … ohne Job und von Sozialhilfe abhängig (später dann Hartz 4).
    Meine Bearbeiterin schüttelte den Kopf, als ich ihr erzählte, dass ich eine Arbeit habe, bei der ich 10 Euro mehr bekam, als der damalige Satz war.

    An eine Situation erinnere ich mich heute immer wieder (gerne). Es gab immer Menschen, die mir „helfen“ wollten, aber ich wollte es alleine schaffen. Ich hatte noch genau 2,50 Euro in der Tasche für eine Woche. Davon kaufte ich damals eine Packung Hackfleisch (damals haben wir noch Fleisch gegessen 😉 ) . Zuhause machte ich einen großen Topf mit allem was noch so da war. Wir aßen 3 Tage davon und wurden satt!
    Immer wenn ich heute Magengrummeln bekomme, wenn es irgendwo eng wird, denke ich daran zurück…und schwupp…läuft wieder alles rund 😉 .

    Das Witzige dabei war, dass ich ab dem Zeitpunkt voll durchgestartet bin. Ich strotze nur so vor Ideen und war kaum zu bremsen. Vor allem machte es mich immer wieder stolz zu sehen was ich erreicht hatte (unter anderem ging ich in die Selbstständigkeit)…auch, dass ich in der Zeit 2 Kinder alleine erzogen habe.

    Es gibt in der Tat keine bessere Entscheidung, als in die Insolvenz zu gehen, wenn es gar nicht mehr geht!

    Ein klein wenig war ich zwar geschockt, als ich erfuhr, dass ich nach den 6 Jahren, noch weitere 3 Jahre den Eintrag in der Schufa haben sollte, aber das war nur kurz. Ich habe mich so an das Leben gewöhnt, dass ich heute froh bin „minimalistisch“ zu denken/sein. Mein /unser Glück liegt am Wegesrand, im Park, in der Arbeit oder auch einfach nur in dem glücklichen Lachen meiner Kinder…

    Liebe Grüße
    Damaris, die mal wieder enorm viele Ideen in ihrem Kopf und auf Evernote hat und versucht sie irgendwie zeitmäßig unter zu bringen 😉 …ich arbeite an einem Blog…

    1. Hallo Damaris,
      danke für deine Geschichte 🙂
      Ich glaube, dadurch machst du vielen anderen Frauen viel Mut, nicht mit ihrem Schicksal zu hadern und den Kopf nicht hängen zu lassen.

      Auf deinen Blog bin ich gespannt! Was wird denn das Thema sein?
      Wenn du Fragen dazu hast, kannst du mir gerne ne Mail dazu schicken. Wenn ich kann, helfe ich dir gerne 🙂

      Lieben Gruß
      Linda

      1. Danke Linda, ich werde dein Angebot sicher in Anspruch nehmen.

        Mit dem Blog (den Namen dafür habe ich zumindest schon mal…sunnyfootsteps) möchte ich mein Wissen, von dem ich immer dachte, dass es irgendwann verschütt geht, teilen. Das mag vielleicht etwas überheblich klingen, aber ich habe sooo viel er- und gelebt…

        In meiner Arbeit und meinem Leben stecken viel Liebe und Intuition … ich bin ein 99%iger Herz-Bauch-Gefühlsmensch 😉 Diejenigen, mit denen ich bisher teilen durfte, waren und sind dankbar dafür, aber es findet eben im Kleinen statt. Irgendwann habe ich bemerkt, dass es viele Menschen gibt, die nicht so sind und denken wie ich (meine Kids nennen mich liebevoll „verrückte Minimama“), es aber gerne tun würden, ihnen nur eine kleine Hilfestellung fehlt. Du siehst, ich bin auch hier eher minimalistisch, das möchte ich jetzt ändern!

        Ich will also Menschen unterstützen, einen Blick für das „Besondere“ zu entwickeln, sich auf ihre Intuition einzulassen, sodass vieles wie von selbst stattfinden darf. Ganz besonders liegen mir auch die Kinder am Herzen. Ich arbeite hauptberuflich als Entspannungs-Therapeutin (mit den Schwerpunkten Selbstbewusstsein, Konzentration und Angenommen und-kommen-Sein) an einer Schule.

        Wir alle sind Spiegel für die Menschen, denen wir begegnen. Sei es für einen Moment oder auch über längere Zeit, eben so lange, bis wir „verstand“en haben 😉

        Liebe Grüße
        Damaris

        1. Du hast zwar per Mail geschrieben, dass ich deinen Kommentar löschen dürfte, wenn er hier stört, aber ich lass ihn mal stehen 🙂
          Ich glaube, dass es vielen Menschen, die hohe Schulden haben, helfen kann, wenn sie sich mit ihrem (Selbst-)Bewusstsein und Werten stärker beschäftigen. Sich auf den Bauch verlassen zu können, zählt für mich dazu.
          Vielleicht bist du ja diejenige, die einem der Leser helfen kann 🙂
          Wäre doch schade, wenn er deine Zeilen nicht lesen würde.

          Lieben Gruß, Linda
          PS: Sunnyfootsteps ist ein echt schöner, positiver Name!

  4. Moin Linda,
    Ich kenne 4 Leute, die Privatinsolvenz haben und hatten. Zwei sind durch und sehr froh darüber und zwei sind noch dabei, aber kommen prima mit dem Geld hin und haben auch schon vorher keine neuen Schulden gemacht. Die Insolvenz war der letzte Schritt um klar Schiff zu machen. Gut, dass es sowas gibt.
    Liebe Grüße aus Leer

  5. Ist schon merkwürdig – ich kenne jemanden , der lebt in Saus und Braus, trotz GmbH Insolvenz ??!!
    Dicke Autos. dickes Boot, Motorräder, exclusive Reisen, neue Küche, Hausumbau und vieles mehr……, aber Restschuldbefreiung beantragt.
    Irgendetwas läuft hier falsch, oder was meint Ihr ??

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