Wartest du noch auf deinen Prinz auf dem weißen Pferd?

Wir alle kennen sie: Die Märchen aus der Kinderzeit, in der der Prinz auf dem weißen Pferd angeritten kommt, um das arme Mädchen aus seinem elenden Leben zu befreien. Oft fängt die Geschichte holprig an, aber letztendlich finden sie zueinander und leben glücklich bis an ihr Lebensende.

Die Realität sieht leider oft anders aus. Daher ist es wichtig, dass du zwar ruhig weiter von der großen Liebe träumen und sie leben kannst, gleichzeitig aber an deiner eigenen finanziellen Unabhängigkeit arbeitest. 

Die Realität sieht leider anders aus

Die Statistiken sind leider eindeutig: 2014 waren knapp 55 Prozent der Singles weiblich, fast jede zweite Ehe wird geschieden. Sieht das für dich nach “… und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende” aus?

Für mich nicht.

Ich will nicht der große Spielverderber sein, aber die Wahrscheinlichkeit ist heutzutage eher gering, dass sich ein Paar findet und tatsächlich so lange zusammenbleibt. Trotzdem ist es natürlich schön und wichtig, weiterhin an die große Liebe zu glauben. Mach ich ja auch.

Gleichzeitig halte ich es aber für sinnvoll, dass du dich um deinen eigenen Kram kümmerst.

Selbst Prinzen leben nicht ewig

Ich hab das nicht gemacht und bin dadurch ordentlich auf die Schnauze geflogen. Ich habe meine Arbeitsstelle aufgegeben, bin umgezogen und mich darauf verlassen, dass mein damaliger Ehemann alles richtet. Wäre er nicht kurze Zeit später gestorben, würde ich sicherlich immer noch auf dieser Schiene fahren.

Jetzt bin ich zwar hoch verschuldet, aber ich habe dadurch immerhin geschnallt, dass ich mich nicht auf andere verlassen sollte, wenn es um mein Geld geht.

Denn das ist das, womit du dir dein eigenes gutes Leben ermöglichen kannst, wenn etwas schief geht.

  • Dein Mann lernt eine andere kennen und verlässt dich. Ohne Unterhaltsansprüche sieht es dann erstmal schlecht aus.
  • Du bist in der Beziehung nicht mehr glücklich, traust dich aber ohne eigenes Einkommen nicht, dich zu trennen.
  • Dein Mann, der Hauptverdiener, verliert plötzlich seinen Job. Der nette Luxus, der dir bisher zur Verfügung stand, fällt flach.
  • Er wird krank oder stirbt sogar wie in meinem Fall.

Du kannst mehr, als du denkst

Ich verstehe total, warum du darauf vertraust, dass sich alles von allein richten wird: Es ist so leicht und bequem.

Wenn du dich bisher nicht um dein Geld gekümmert hast und nun damit anfängst, kommen gleich mehrere Schwierigkeiten auf dich zu. Allerdings ist das nur in deinem Kopf!

Um Ordnung in dein Geld zu bekommen, musst du keine wahnsinnigen Schwierigkeiten überwinden. Letztendlich kommt es nur darauf an, dass du damit anfängst.

Vielleicht denkst du, dass du mit Zahlen noch nie zurecht gekommen bist? Keine Sorge, bin ich auch nicht. In der elften Klasse hatte ich sogar nur 3 Punkte im Zeugnis, was einer 5+ entspricht. Und wen stört`s? Mich nicht.

Meine Rechnungen schreibe ich mit Fastbill, meine Steuererklärung macht meine Steuerberaterin. Wenn ich Fragen habe, rufe ich sie an oder melde mich direkt beim Finanzamt. Letztendlich ist das alles längst nicht so schwer, wie du glaubst, wenn du dich erst mal überwunden und angefangen hast.

Um unabhängig zu sein und dir deine eigenen Träume zu verwirklichen, ist es notwendig, an ein paar Schrauben zu drehen. Mehr nicht.

Allerdings kann es tatsächlich zu Veränderungen in deinem Leben kommen

Nachdem ich immer wieder gelesen habe, dass Geld verdienen etwas mit Selbstwert zu tun hat, blieb mir kaum etwas anderes über, als zu schauen, wie es bei mir damit bestellt ist.

Und sieh` an: Nicht so gut.

Also habe ich angefangen, daran zu arbeiten. Was nicht immer leicht ist, weil du dann ab und zu schauen musst, was eventuell in deiner Vergangenheit schief gelaufen ist.

Ich hab außerdem immer gedacht, dass ich nicht pessimistisch, sondern eher neutral (bis positiv) eingestellt bin. War aber nicht so. Als ich angefangen habe, mehr auf meine Gedanken zu achten und darauf, wie andere durchs Leben gehen, ist mir aufgefallen, wie viele negative Gedanken durch mein Hirn geistern. Dir wird es wahrscheinlich auch so gehen.

Denn negative Gedanken sind nicht nur nicht schön, sondern behindern dich total. Wenn dir das bewusst auffällt, wundert es dich sicherlich nicht mehr, dass bisher nicht alles so gelaufen ist, wie du es bisher geträumt hast.

Was macht der Prinz auf dem weißen Pferd?

Möglich ist auch, dass dein Partner nicht begeistert von deinen Veränderungen ist. Bisher hat er sich tatsächlich als dein Prinz auf dem weißen Pferd gefühlt, nun fängst du plötzlich an, eigenes Geld zu verdienen und selbstständig zu werden. Du bist nicht mehr abhängig von ihm.

Um da ein bisschen seltsam zu reagieren, brauchst du nicht mal einen altmodischen Macho aus Nachkriegszeiten zuhause. So kann es dir auch mit einem modernen Mann ergehen, der gerne sein Geld verdient, um damit seine Familie zu versorgen.

Es liegt dann an dir, ihm durch deine Liebe zu zeigen, dass er sich keine Sorgen machen muss.

Letztendlich profitiert er davon, dass du dich entwickelst, weil du zufriedener mit dir und deinem Leben bist.

Oder spricht etwas anderes dagegen, dass du anfängst, eigenes Geld zu verdienen? Dann schreib mir doch in die Kommentare, was dich zurückhält.

 

2 thoughts on “Wartest du noch auf deinen Prinz auf dem weißen Pferd?

  1. Hallo Linda,

    das ist ein guter Beitrag. Als Frau ist man andauernd in einem Interessenkonflikt. Auf der einen Seite will man Unabhängigkeit aber auch Sicherheit durch den Partner. Dann muss man auch an das/die Kind/Kinder denken. Ich war jahrelang finanziell unabhängig und habe auch früh an Risiken gedacht. Was den anderen passiert kann ja auch mir passieren! Mein Mann sagt immer, ich würde zu viel Angst haben und dass ich ihm vertrauen soll. Darum geht es mir nicht. Es geht um eine Absicherung – im Fall der Fälle. Beim Fallschirmspringen ist es ja auch ratsam an den Fallschirm zu denken.

    Momentan hänge ich noch etwas in der Luft. Geschuldet auch durch die Betreuung meines Kindes. Aber es ist absehbar.

    Liebe Grüße,
    Maren

  2. Du sprichst ganz wichtige Punkte an, Linda!
    Ich glaube, dass noch viel zu oft so ein Märchenbild in unserem kleinen Mädchenkopf rumspukt.

    Bei mir selbst ist es umgekehrt, mein Mann arbeitet nicht und hat auch wenig Bock, sich um unsere Finanzen zu kümmern. Ich informiere ihn aber regelmässig, weil ich es zwar schon schick finde, die finanziellen Hosen anzuhaben, aber mir das Prinzen-gen abgeht. Ich muss ihn nicht retten. Obwohl, vielleicht ein bisschen schon. (-:

    Viele Grüße nach Bali
    Monika

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