Perfektionismus ablegen: Sei der Star in deinem Leben!

Perfektionismus ablegen

Vor 23 Jahren wurde der Grundstein für diesen Blogbeitrag gelegt. Damals war ich für ein Jahr in England und habe eines schönen Abends eine Folge der Serie “Jobs for the Girls” im TV gesehen, die mich komplett in ihren Bann gezogen hat.

Ich war begeistert! Die folgenden Jahre musste ich immer wieder daran denken und habe im Internet danach gesucht. Da ich mir damals jedoch weder Namen der Serie noch der Akteure aufgeschrieben hatte, hab ich sie über Google nie gefunden. Bis gestern: Endlich war ich erfolgreich und habe sie bei Youtube entdeckt! Hurra!

Herausforderungen im Leben bestehen

Aber was ist eigentlich so besonders an dieser Folge gewesen, dass sie mir über einen so langen Zeitraum im Gedächtnis geblieben ist?

Pauline Quirke und Linda Robson waren Anfang der 90er mit der Serie “Birds of a Feather” in England ungeheuerlich erfolgreich. Ein schlauer Produzent kam irgendwann auf die Idee, die beiden Schauspielerinnen, die gleichzeitig beste Freundinnen waren, vor besondere Herausforderungen zu stellen.

Er rief die Serie “Jobs for the Girls” ins Leben. Innerhalb von einem vorgegebenen Zeitpunkt mussten sie neue Fähigkeiten erlernen und sich ihrem Publikum stellen. Tim Ferriss hätte seine wahre Freude an ihnen gehabt.

Von der Karaoke-Bar in den Opernhimmel

In meiner Folge wurden Pauline und Linda vor folgende Aufgabe gestellt: Innerhalb von drei Monaten mussten sie das Lied “Rule Britannia” einstudieren und auf einem Opernfestival gemeinsam mit der englischen Sopranistin Lesley Garrett singen.

Dabei gab`s drei Herausforderungen:

  • “Rule Britannia” ist so was wie die inoffizielle englische Nationalhymne. Die Erwartungen der Zuschauer sind also groß.
  • Die Zahl der Zuschauer: Gleich bei ihrem ersten Auftritt stellen sich die beiden ca. 9000 Besuchern.
  • Ihre Stimmen. Zu Beginn des Experiments waren sie durchschnittlich, würde ich sagen.

In diesem Video siehst du, wie “Rule Britannia” klingt und welche Kraft es ausstrahlt. Ein unglaubliches Lied! Hör`einfach einmal rein:

Zurück zu “Job for the Girls”

Pauline und Linda ist es alles andere als leicht gefallen, sich dieser Aufgabe zu stellen. Sie haben geübt wie die Bekloppten, haben an sich gezweifelt, mussten ihren Perfektionismus ablegen, waren tierisch nervös und sind trotzdem am Stichtag auf die Bühne gegangen.

Unglaubliche Leistung abgeliefert!

  1. Vor allem Linda Robson musste ihren Perfektionismus ablegen. Ihre Stimme ist weit entfernt davon, an Operngesang zu erinnern, was aber überhaupt nicht stört. Man merkt, wie viel Spaß sie auf der Bühne hat und darauf kommt es an.
  2. Pauline Quirke hingegen hat in den drei Monaten richtig gelernt, zu singen. Ihre Strophen klingen einfach toll, sodass das Publikum ihr sogar spontan applaudiert!
  3. Natürlich haben sie keine Opernsänger-Qualitäten. Nach drei Monaten Gesangsausbildung ist das kaum möglich. Aber die Freundinnen stecken mit ihrer Power und dem Enthusiasmus das Publikum an. Sie ziehen die Besucher des Festivals in ihren Bann und schaffen eine tolle Atmosphäre.
  4. Wie einer der Juroren am Schluss gesagt hat: Die beiden standen mit der Opernsängerin Lesley Garrett zusammen auf der Bühne, aber sind trotzdem neben ihr nicht untergegangen.

Sie haben es geschafft und können dadurch auf ein unglaubliches Erlebnis zurückblicken.

Hätten sie den Druck der Fernsehsendung nicht gehabt, hätten sie garantiert noch monatelang oder sogar Jahre weiter geübt, sich nie für gut genug gehalten und irgendwann aufgegeben. Welcher Normalo singt schon mit einer Opernsängerin vor Publikum …

Fang an, deinen Perfektionismus abzulegen

Ich muss zugeben, ich hatte das Video anders in Erinnerung. In den letzten 20 Jahren habe ich öfter davon erzählt und dabei immer wieder betont, wie herausragend toll die Schauspielerinnen nach drei Monaten Unterricht singen konnten.

Heute liegt mein Fokus anders: Ich sehe, dass sie zwar nicht perfekt sind, aber trotzdem eine unglaubliche Wirkung auf die Zuschauer haben. Vielleicht gerade deswegen?

Das macht Mut, findest du nicht?

Bist du dabei, deine Selbstständigkeit voranzutreiben, ein Ebook zu schreiben, einen Online-Kurs zu entwickeln oder einen Blog auf die Beine zu stellen?

Dann leg los und warte nicht darauf, bis dein Produkt perfekt ist. Dein Perfektionismus hindert dich nur daran, zu starten.

Im Zweifelsfall kommt der perfekte Zeitpunkt nämlich nie. Und viele tolle Chancen ziehen ungenutzt an dir vorbei.

Wie du im Video sehen kannst, erreichst du unperfekt mindestens genauso viel.

Jobs for the Girls – schau das Video

Wenn dein Englisch einigermaßen gut ist, lohnt es sich, das ganze Video anzusehen. Ansonsten schau dir einfach die entsprechenden Szenen an, um zu sehen, wie sich ihre Stimmen entwickelt haben.

  • 1:20 Min: Gesangskostprobe: Pauline und Linda beim Karaoke
  • 2:30 Min: Die erste Chorprobe
  • 34:40 Min: Grausame Generalprobe
  • 41:20 Min: Der Auftritt (ab hier flossen bei mir die Tränen. Keine Ahnung, ob nur ich so bekloppt bin … Hat es dich auch so stark berührt?)

 

Bist du perfektionistisch und startest lieber gar nicht, bevor du etwas falsch machen könntest? Oder nimmst du dir in Zukunft ein Beispiel an Pauline und Linda und willst deinen Perfektionismus ablegen?

Hinterlasse jetzt einen Kommentar!

 

Du magst vielleicht auch

9 Kommentare

    1. Ah, ich bin also nicht alleine 😉
      Freut mich, dass dich der Auftritt auch so beeindruckt hat, obwohl er nicht perfekt war.

      Lieben Gruß
      Linda

  1. Hallo Linda,

    eine schöne Anekdote war das. Sie hat mich auch ein bisschen an Tim Ferriss erinnert.
    Ich persönlich bin schon mein ganzes Leben lang ein kleiner Perfektionist. Nur eine Sache hat sich im Vergleich zu früher geändert. Ich beginne eine Sache erst und perfektioniere sie dann (so zumindest die Theorie 😀 )
    Um es an einem Beispiel zu erklären: Ich habe vor kurzem an der Konzeption meiner eigenen App mitgearbeitet. Die App steht jetzt kurz vor der Veröffentlichung (muss noch geprüft werden), obwohl Ich mit dem Design nicht zufrieden bin. Das hindert mich jedoch nicht daran, die App erstmal veröffentlichen zu lassen – sie funktioniert schließlich einwandfrei. Viel wichtiger als gleich eine perfekte App zu haben, ist mir die Meinung und das Feedback der Kunden. Nur so kann Ich wirklich ein Produkt schaffen, was auf die Wünsche der Kunden zugeschnitten ist.
    Bei vielen anderen Sachen geht es mir auch so. Das finde Ich aber auch nicht wirklich schlimm. Man darf sich halt vom Perfektionismus nicht bremsen lassen.

    Gruß,

    Claudius

    1. Hallo Claudius,
      so wie du es machst, ist es ja richtig: “Erledigt ist besser als Perfekt”
      Gerade online lässt sich ein Produkte schnell anpassen / ändern, das ist wirklich easy.
      Ich wünsch dir viel Erfolg mit deiner App! Worum gehts denn da?

      Viele Grüße
      Linda

      1. Hallo Linda.

        Vielen Dank. Die App wird eine Art Trainingstagebuch, in dem man seine Erfolge festhalten und verfolgen kann.

        Gruß,

        Claudius

        1. Hallo Claudius,

          (Linda, ich hoffe, es ist okay, dass ich mich hier kurz einklinke, ansonsten lösche bitte meinen Kommentar.)

          für welches Betriebssystem wird’s die App denn geben? Ich plane für meinen Blog (techgeflüster) grade eine kleine Artikel-Serie zum Thema Fitness-Tracker und bin am Überlegen, da noch ein paar Artikel zum Thema Fitness-Apps anzuschließen. Sollte es deine App (auch) für Android geben hätte ich ganz großes Interesse daran. Eine noch ganz neue App im Vergleich zu zwei relativ etablierten (ich probiere grade ohne Armband schon mit runtastic und Fitbit rum, war aber eine reine Zufalls-Auswahl) fände ich da total spannend. Wenn du magst, melde dich gerne bei mir.

          Übrigens finde ich es bei einer App gar nicht schlimm, wenn sie am Anfang noch nicht perfekt ist. Ich glaube sogar, dass das positiv sein kann: Du holst dir das Feedback der Nutzer ein und kannst dann anpassen. Wenn du schon bei der Veröffentlichung der Meinung bist, so ist die App perfekt, dann bist du vielleicht eher enttäuscht und es fällt viel schwerer, Änderungen vorzunehmen. Zumindest würde es mir so gehen.

          Viele Grüße
          Elke

          1. Hallo Elke.

            Vielen Dank für dein Interesse. Ich habe mich echt riesig gefreut. Leider ist die App erstmal nur für iOS in der Entwicklung (da Ich das Betriebssystem selber nutze). Stellst du ausschließlich Android Apps und Gadgets vor?
            Wenn die App erstmal gestartet ist und Ich etwas Geld verdient habe, möchte Ich schnellstmöglich auch auf Android expandieren. Wenn du magst kannst du mir ja für den Fall deine Mail-Adresse da lassen.
            Gruß,

            Claudius

          2. Hallo Claudius,
            hab deine Antwort leider erst jetzt gesehen, entschuldige!
            Da ich selbst leider nur ein Android-Smartphone und kein iPhone / iPad habe, kann ich auch nur Android Apps selbst testen. Wenn’s die App aber irgendwann für Android gibt freue ich mich natürlich, wenn du mir Bescheid gibst, dann teste ich gern. Meine Mail-Adresse ist mail@federfuehrend-media.de. Ich freue mich (irgendwann) von dir zu hören!
            Viele Grüße
            Elke

Schreibe einen Kommentar zu Was du brauchst, um mit dem Geld zu verdienen, was dir Spaß und Freude macht - MyMoneyMind Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.