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Blogblink #2: Dein eigenes Coachingprogramm entwickeln

 

Coachingprogramm entwickeln Blogblink

Heute ist es Zeit für den zweiten Teil meiner Serie Blogblink. Immer wieder bin ich in den vergangenen Monaten auf den Blog von Marit Alke gestoßen: Unter Coachingprodukte-entwickeln.de findest du ihn beziehungsweise sie.

Weil ich das Thema Coachingprodukte total interessant finde, habe ich Marit um ein Interview gebeten und sie hat zugesagt.

Vielleicht sagst du dir jetzt: “So ein Quatsch, ich bin doch kein Coach!” Um ein Coachingprogramm anzubieten, musst du kein ausgebildeter Coach sein. In dir stecken sicherlich einige Fähigkeiten und Wissen, von denen du nur noch nicht weißt. Fast jeder ist ein Experte in einem bestimmten Bereich.

Neulich erst habe ich gelesen, dass du schon als Experte angesehen wirst, wenn du über ein Thema mehr weißt als 80 % des Normalbürgers. Sobald du eine Ausbildung oder ein Studium absolviert hast, ein Hobby intensiv betreibst oder ein Haustier pflegst, ist dies der Fall.

Das Thema Coachingprogramm ist also durchaus für dich geeignet, um dir passives Einkommen aufzubauen. Lass es dir einmal durch den Kopf gehen!

Aber nun geben wir Marit das Wort:

1. Muss ich ein ausgebildeter Coach sein, um ein Coachingprogramm anzubieten?

Nein, auf keinen Fall! Mit Coaching, wie du es in der Coachingausbildung lernst, hat ein Coachingprogramm nicht viel zu tun – außer, dass ich jedem Coach empfehle, über ein eigenes Programm nachzudenken :o) Der Begriff ist mehr aus Kundensicht gewählt und soll ausdrücken, dass man in einem Coachingprogramm zwar online, meist im eigenen Tempo lernt und sich durch die Schritte arbeitet – aber dabei eben nicht allein ist, sondern vom Anbieter und auch von den anderen Teilnehmern unterstützt wird.

Der Anbieter gibt ganz klare Schritte vor und leitet die Teilnehmer als Gruppe durch einen teilweise standardisierten Prozess. Das kann jeder, der Erfahrung darin hat, Menschen anzuleiten und über Einfühlungsvermögen verfügt.

Eher sind Trainer-Erfahrungen hilfreich. Denn ein Coachingprogramm ist im Grunde eher ein Gruppen-Workshop, der über mehrere Wochen gestreckt und online durchgeführt wird.

2. Welche Themen bieten sich für ein Coachingprodukt an?

Im Grunde macht ein Coachingprogramm für jeden Dienstleister Sinn, der seine Kunden bei Prozessen begleitet – ob das nun ein Webdesigner, ein Masseur, ein Yoga-Lehrer oder ein Coach/ Berater ist.

Es eignet sich vor allem für Themen, die schwierig allein vom Teilnehmer bearbeitet werden können (zum Beispiel durch ein gutes Buch oder einen Selbstlernkurs) und bei denen der Austausch in einem geschlossenen, vertrauensvollen Rahmen deutlich dabei hilft, das anvisierte Ziel zu erreichen.

Auch Projekte, die komplexer sind und allein schwer zu bewältigen wie beispielsweise der Start eines Blogs, das Finden eines neuen Jobs oder das Renovieren einer Wohnung oder ähnliches – wo das Dranbleiben einfach erfolgsrelevant ist – können gut durch ein Coachingprogramm begleitet werden. In diesem Artikel hatte ich darüber mal vertiefend geschrieben:Welche Themen lassen sich sinnvoll in ein Coachingprogramm verpacken?

3. Ich bin technisch nicht so begabt. Kann ich trotzdem alleine ein solches Programm durchführen?

Ja, klar, das geht.

Im Kern ist ein Coachingprogramm erstmal eine Gruppe, die strukturiert und aus der Ferne von dir begleitet wird. Im simpelsten Fall geht das auch mit PDF-Lernmaterialien per Mail und Telefonkonferenz.
Den meisten reicht das aber nicht aus und sie wagen sich an ein oder zwei neue Kommunikationskanäle heran wie zum Beispiel das Erstellen von Lernvideos und das gemeinsame Arbeiten in einem Webinarraum.

Das ist weniger schwierig als gedacht – aber klar, neu und ungewohnt zu Beginn sicherlich.

Auch ich bin nicht technisch sehr affin, muss ich gestehen. Aber mein Antrieb, aus dem Homeoffice heraus ganz viele Menschen mit meinen Inhalten erreichen zu können, hilft mir immer wieder über gewisse Frusterlebnisse beim Einstieg in eine neue Software hinweg.

Der Antrieb – das Warum dahinter – sollte daher schon stark ausgeprägt sein, dann ist die Technik absolut zu bewältigen. Alles, was es heute so an Software gibt, ist meist nach kurzer Einarbeitungszeit intuitiv bedienbar. Die Lernkurve ist oft sehr steil, zum Glück :o)

4. Was kostet die Herstellung eines Coachingprogramms?

Dadurch, dass du das ganz flexibel gestalten kannst, variieren die Kosten von „fast gar nichts“ bis hin zu „1000 Euro und mehr“ – ist also pauschal nicht leicht zu beantworten.

Ich nehme mal zwei Beispiele und versuche, die Kosten zu beziffern:

1. Eine Webinarreihe mit einem Forum + schriftliche Materialien per Mail.

Die Kosten belaufen sich auf die Miete des Webinarraums und ein vernünftiges USB-Mikro, das ab 60 Euro erhältlich ist. Für Einsteiger kann ich für die Webinare Edudip empfehlen, da wären das 40 Euro im Monat.

Enthalten ist ein Forum, das man nutzen kann oder du nutzt eine kostenlose geschlossene Xing-, G+ oder Facebookgruppe für den Austausch. Das Versenden von PDF’s per Mail kostet nichts. Gegebenfalls kommen noch die Kosten für ein Design dazu, aber das fände ich für den Start und um in das Thema hereinzukommen zu viel.

2. Ein Videokurs, der auf einer Lernplattform liegt und nach automatischer Bezahlung sofort vom Teilnehmer gestartet werden kann.

Diese Variante ist etwas teurer, dafür hast du danach etwas erschaffen, das du ohne viel Arbeitseinsatz immer wieder verkaufen kannst.

Du brauchst ebenfalls das Mikro sowie eine Software zum Aufzeichnen deines Bildschirms. Ich nutze Camtasia und kann das sehr empfehlen (100 Euro für den Mac, 300 Euro für PC). Damit kannst du deine Videos schneiden (ganz easy!), Musik einfügen oder ähnliches. Das ist sehr komfortabel und schnell erlernt.

Sinnvoll finde ich, sich in den Videos auch vor der Kamera zu zeigen. Dafür brauchst du dann ein kleines Homestudio mit Webcam (beim iMac nutze ich die eingebaute) und vor allem eine relativ starke Lichtquelle. Eine solche sogenannte Softbox kostet in der günstigen Variante etwa 30 bis 40 Euro. Eine geht, zwei sind besser.

Die Kosten für die Lernplattform inklusive automatisierter Online-Zahlungsabwicklung kommen dazu, die erzeugt wieder – je nach Lösung – zwischen ungefähr 40 und 80 Euro Kosten im Monat, zuzüglich Provision für die Zahlungsabwicklung (fünf bis acht Prozent).

Klar, und die Kosten für das Marketing, solche Angebote überhaupt mit Kunden gefüllt zu bekommen, darf man natürlich nicht vergessen. Ich selbst habe mir eine große, treue Community aufgebaut durch das Teilen wertvollen Contents, wie beispielsweise kostenlose Webinare, Blogartikel und ähnliches.

Wenn ich etwas zu verkaufen habe, das mehrere hundert Euro kostet, funktioniert das. Die Leute vertrauen mir und kaufen gerne. Aber zu dem Punkt muss man eben erstmal kommen. Das kostet entweder Zeit oder Geld oder beides, wenn man zum Beispiel Blogartikel mit Facebook-Ads verbindet. Das kann ich aber schwer beziffern.

Aber auch wenn das alles nicht komplett kostenlos zu haben ist: Alles in allem sind meine Kosten deutlich niedriger, als würde ich mir einen Platz in einem Co-Working-Space oder einer Bürogemeinschaft mieten!

Ich arbeite komplett aus meinem Homeoffice und kann mit letztlich geringen Kosten wirklich viele Menschen erreichen. Und was noch viel wichtiger ist: Ihnen beim Erreichen ihrer Ziele helfen. Das ist einfach nur toll! :o)

 

Vielen Dank liebe Marit für das Beantworten der Fragen! Ich glaube, jede Leserin konnte sich daran einen guten Überblick über die Entwicklung eines Coachingprogramms schaffen. Ihren Blog findest du hier.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, ein Coachingprogramm ins Leben zu rufen?

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6 Kommentare

  1. Hallo Linda,

    vielen Dank für die spannenden Fragen und für das Interview! Wenn noch jemand Fragen dazu hat, oder Zweifel oder Ideen – gerne hier über die Kommentare.

    Herzliche Grüße
    Marit

  2. Hallo Linda und Marit

    Das ist ein schöner und informativer Artikel geworden. Meinen Deutschunterricht sehe ich im Prinzip als Language Coaching an, somit sind für mich die gleichen Schritte notwendig. Obwohl ich das Ziel ziemlich klar vor Augen habe, sehe auf dem Weg dorthin jede Menge kleine und große Berge, die sich mir in den Weg stellen. Werde mir auf jeden Fall mal deinen Blog näher anschauen, Marit, vielleicht finde ich da noch mehr Tipps, die mir weiterhelfen – vor allem auch, meinen inneren Schweinehund zu überwinden.

    Liebe Grüße,
    Daniela

    1. Hallo Daniela,
      du gibst doch schon Unterricht, hab ich gedacht. Oder sind mit deiner neuen Seite weitere Umstellungen geplant?
      Vielleicht hilft dir das Bloggertreffen im März ja, um die Sache motivierter anzugehen. Ich komme übrigens auch und freue mich schon, dich kennenzulernen 🙂

      Viele Grüße
      Linda

  3. Hallo Linda,

    ja ich habe schon mal über ein Coachingprogramm nachgedacht. Und jetzt habe ich auch eines entwickelt, juchhu. http://online-coaching-tools.de/kreantensprung/
    Allerdings habe ich dabei Umwege genommen.

    Denn mir fehlten als Coach Mittel und Wege, um echte Erkenntnisse für die Coachees zu bewirken. Ansonsten ist es ja – wie Du schreibst – mehr ein Online-Training. Also habe ich mir ein Plugin für WordPress entwickeln lassen. Und jetzt können meine Coachees selber Eingaben im Kurs machen und ich greife genau ihre Eingaben später wieder auf.
    Vielleicht wäre das Plugin ja auch für Dich interessant?

    Viele Grüße,
    David

    (Anmerkung Admin: Doppelter Link entfernt)

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