Hast du Anspruch auf Witwenrente?

Es gibt so viel zu tun.

Gerade erst ist die Beerdigung gewesen, Freunde und Verwandte haben sich erst vor kurzem verabschiedet und du hast kaum Zeit, um endlich in Ruhe trauern zu können. Auch mir ist es so gegangen, als mein damaliger Ehemann 2009 gestorben ist.

Schnell habe ich gemerkt, dass es finanziell eng wird. Schließlich waren wir erst kurz vorher in ein Einfamilienhaus gezogen und ich wusste nicht, wie ich die monatlichen Beträge bezahlen sollte. Ein Freund gab mir den Tipp, Witwenrente zu beantragen, was ich schon kurze Zeit später gemacht habe.

Allerdings muss du dich nicht hetzen. Du kannst dir bis zu einem Jahr Zeit lassen, um die Rente zu beantragen und sie rückwirkend überwiesen zu bekommen (Stand 11.2014)

So wie mir geht es vielen Frauen, wenn der Ehemann Haupt- oder Alleinverdiener in der Familie/Beziehung ist. Bist du auch betroffen?
Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du Anspruch auf Witwenrente hast. Die solltest du dir nicht entgehen lassen, sondern auf jeden Fall beantragen. Sie ist ein große Hilfe für dich.

Doch wer hat Anspruch auf Witwenrente?

Damit du diese Rente beantragen kannst, musst du bis zum Tod deines Partners mit ihm verheiratet gewesen sein. Eine eingetragene Lebenspartnerschaft wird ebenfalls anerkannt. Eine Verlobung reicht aber nicht aus.

Habt ihr nach 2002 geheiratet, gilt das neue Recht und müsst ihr mindestens ein Jahr verheiratet gewesen sein, bevor ein Anspruch besteht. Allerdings werden Ausnahmen gemacht, wenn der Partner durch einen Unfall gestorben ist. Wichtig außerdem, dass ihr kein Rentensplitting vereinbart hattet.

Allerdings reicht der Rentenversicherung dieses eine Jahr als alleine Voraussetzung nicht aus. Dein Partner muss außerdem mindestens fünf Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Hast du schnell nach seinem Tod wieder geheiratet, entfällt die Witwenrente.

Durchaus verständlich, wie ich finde.

Habt ihr vor 2002 geheiratet, greift das alte Recht. Die Regelung ist hier etwas einfacher. Eine Mindestdauer der Ehe ist nicht vorgeschrieben, auch das Rentensplitting entfällt.

Wichtig ist lediglich, dass ihr zum Zeitpunkt des Todes verheiratet ward, du noch immer Witwe bist und dein verstorbener Partner mindestens fünf Jahre versichert war.

Bildquelle: Pixabay.com @ blickpixel (CC0 1.0)

So beantragst du Hinterbliebenenrente

Ist klar, dass du Anspruch auf Hinterbliebenenrente hast, solltest du nicht zögern und bei der Deutschen Rentenversicherung anrufen und einen Termin in deiner Stadt abmachen.

Vor dem Termin brauchst du keine Angst zu haben. Zumindest bei mir war die Mitarbeiterin sehr freundlich und hat Rücksicht darauf genommen, dass der Tod meines damaligen Mannes erst vor kurzem war.

Wenn zwischendurch ein paar Tränen fließen, macht das überhaupt nichts.

Den Antrag zu stellen, ist recht einfach.
Online kannst du dir hier den Antrag auf Hinterbliebenenrente ausdrucken und ausfüllen.

Diese Unterlagen brauchst du

Zum Termin musst du diese Unterlagen mitbringen:

  • Geburtsurkunde vom Kind (wenn vorhanden)
  • Sterbeurkunde
  • Sind Beitragszeiten nicht bei der Versicherung erfasst, musst du nach Unterlagen suchen, die dies belegen. Ein Ausbildungsvertrag oder eine Verdienstbescheinigung würden zum Beispiel passen.
  • Hat dein Mann Zeiten nach dem Fremdrentengesetz (vor 1992) oder dem Deutsch-Polnischen Rentenabkommen (vor 1975) anerkannt bekommen? Dann braucht die Rentenversicherung einen Nachweis.
  • Hast du früher schon einmal Anspruch auf Witwenrente gehabt, musst du das ebenfalls belegen.
  • Ansonsten gibt es noch eine Reihe Vordrucke, die auszufüllen sind.

Vergiss deinen Perso oder Reisepass nicht, wenn der Termin ist!

Ein unkomplizierter Vorgang

Die Mitarbeiterin gibt deine Angaben in ihren Computer ein, stellt noch ein paar Fragen und dann bist du schon entlassen. Ich weiß nicht mehr, wie lange es bei mir gedauert hat, bis der Bescheid mit der Post eingegangen ist, aber es ging relativ schnell. Auch die Zahlungen auf das Konto kamen immer pünktlich.

Alles in allem ist es aber sehr unkompliziert.
Wenn ich das geschafft habe, schaffst du das auf jeden Fall.

 

 

 

Welche Erfahrungen hast du mit der Rentenversicherung gemacht?
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Beitragsbild: Pixabay.com @ PublicDomainPictures  (Beide CC0 1.0)

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8 Kommentare

  1. Ein sehr informativer Artikel mit ganz wichtigen Informationen. Ich sehe dieses Thema schon als sehr wichtig an. Niemand möchte als Wittwe oder Wittwer dastehen, aber jeder sollte sich frühzeitig darüber informieren, was einem in einem solchen Fall zusteht und welche Wege man gehen sollte.

    1. Hallo Katja,
      danke für einen Kommentar 🙂
      Ich glaube auch, dass es wichtig ist zu wissen, was dir im Fall der Fälle zusteht.
      Ohne finanzielle Hilfe sehe es für einige Menschen schwerer aus. Wie gut, dass es die Witwenrente gibt 🙂

      Viele Grüße
      Linda

  2. Hallo Linda,

    aus eigener Erfahrung weiß ich, wovon Du redest. Auch mein Mann ist gestorben, als ich 38 Jahre alt war. Doch ein wichtiger Aspekt fehlt noch – und zwar die Rente fürs Sterbevierteljahr. Die wird drei Monate lang nach dem Tod des Ehepartners gezahlt, ohne Berücksichtigung, ob Du überhaupt Anspruch auf Witwenrente hast. Mich hat damals kein Mensch darauf hingewiesen, dass es so was gibt. Und rückwirkend wird dieser Betrag nicht gezahlt. Dummheit bzw. Unwissenheit schützt halt vor Strafe nicht. Harhar!
    Liebe Grüße von
    Corina

    1. Hallo Corina,
      danke für deinen Kommentar 🙂
      Das Sterbevierteljahr fehlt in diesem Beitrag, da hast du recht. Hier geht es lediglich darum, ob man generell einen Anspruch hat.
      Im Beitrag, den ich danach geschrieben habe, gehe ich dann darauf ein. Hier stehts: http://nanamia.de/witwenrente-berechnen/

      Mir hatte das damals die Frau beim Amt gesagt, da hatte ich anscheinend Glück. 🙂

      Viele Grüße
      Linda

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