Das Geld ist knapp.

Nach dem Tod meines Ehemannes vor fünf Jahren habe ich schnell festgestellt, dass das Geld knapp wurde. Er hatte die Kohle nach Hause gebracht, während ich nur dazuverdient habe.

Ich wusste, dass ich Anspruch auf Witwenrente habe. Ob es die kleine oder große ist, war mir erst noch nicht klar. Ehrlich gesagt, wusste ich gar nicht, dass es dort Unterschiede gibt, die sich auf die Höhe der Auszahlungen auswirken.

Die kleine Witwenrente berechnen

Nachdem ich mich bei der Rentenversicherung informiert hatte, war schnell klar, dass ich nur die kleine Witwenrente bekomme.

  • Ich hatte kein Kind.
  • Ich war nicht erwerbsgemindert.
  • Ich war noch nicht 45 Jahre alt.

Da ich aktuelle Rentenbescheide meines verstorbenen Mannes zuhause hatte, konnte ich die Witwenrente berechnen und mich so darauf einstellen, welcher Betrag mir zusteht.

Befindest du dich in der gleichen Situation wie ich, erhältst du 25 Prozent der Rente, die dein Mann zum Todeszeitpunkt bekommen hätte. Ist er – wie meiner – relativ jung gestorben, gibt es einen geringen Abschlag. Den errechneten Betrag bekommst du bei der kleinen Witwenrente zwei Jahre lang.

Bekommst du die große Witwenrente?

Es kann aber ebenso sein, dass du die große Witwenrente bekommst. Dies ist der Fall, wenn

  • du ein gemeinsames Kind großziehst, das noch nicht 18 Jahre alt ist.
  • du ein behindertes Kind betreust, auch wenn es älter als 18 Jahre alt ist.
  • du erwerbsgemindert bist.
  • du mindestens 45 Jahre alt bist. Allerdings ist dieser Wert vom Alter deines verstorbenen Mannes abhängig und kann sich bis auf 47 Jahre ausdehnen.

Auch hier lässt sich die Witwenrente berechnen: Du bekommst 55 Prozent der Rente, die dein Mann zum Zeitpunkt des Todes bekommen hätte. War er jünger als 63 Jahre, gibt es wieder einen Abschlag.

Höhere Auszahlung im Sterbevierteljahr

In den ersten drei Monaten nach dem Tod sind die Beträge jedoch deutlich höher.

Es handelt sich bei diesem Zeitraum um das sogenannte Sterbevierteljahr.

Da die Versicherung weiß, dass die Ausgaben in dieser Zeit relativ hoch sind, du dich in Trauer befindest und vielleicht nicht so effektiv arbeiten kannst wie vorher, bekommst du über drei Monate 100 Prozent der Rente des Verstorbenen.

In dieser Phase rechnet die Rentenversicherung außerdem dein Einkommen nicht auf die Witwenrente an.

Ja, du hast richtig gehört: Einkommen ist anzurechnen.

Das Sterbevierteljahr ist ausgenommen, ansonsten musst du dein Einkommen angeben, damit die Rentenversicherung die Witwenrente berechnen kann.

Es gibt einen Freibetrag, bis zu dem du keine Abzüge hast.

In den alten Bundesländern liegt er zurzeit bei 755 Euro, in den neuen Bundesländern bei knapp 697 Euro (Stand 11.2014). Allerdings können sich die Werte ändern, da sie sich vom jeweiligen Rentenwert ableiten. Sind Kinder vorhanden, erhöht sich der Freibetrag.

Verdienst du netto mehr als der Freibetrag, musst du rechnen beziehungsweise übernimmt die Versicherung das für dich und zahlt dir entsprechend weniger aus.

Kleines Rechenbeispiel gefällig?

Wie du die Witwenrente berechnen kannst, zeige ich dir in einem Beispiel.

  1. Wenn du 1.000 Euro netto im Monat durch Einkünfte zur Verfügung hast, liegst du damit 245 Euro über dem Freibetrag.
  2. Diese 245 Euro werden bei der Einkommensberechnung berücksichtigt und um 40 Prozent gemindert.
  3. 40 Prozent sind in diesem Fall 98 Euro, sodass du noch 147 Euro Witwenrente bekommst.

Sobald du jedoch wieder heiratest und eine Lebenspartnerschaft eintragen lässt, gibt es keine Witwenrente mehr.

Unterstützung bei der Neuorientierung

Ich hab damals nicht viel Geld gekommen. Da ich es vorher nicht eingeplant hatte, war ich trotzdem sehr froh über die finanzielle Unterstützung.

Nach dem Tod musste ich mich beruflich neu orientieren. Ein paar Monate später habe ich mich selbstständig gemacht und konnte dank der monatlichen Finanzspritze etwas gelassener sein.

Warte nicht mehr und fülle den Antrag für die Witwenrente aus. So bekommst du schon bald finanzielle Unterstützung und kannst mutiger in die Zukunft blicken.

 

 

 

 

Wobei hilft dir deine Witwenrente?

Gibt es Kinder zu versorgen, ein Haus abzuzahlen oder hast du Pläne für deine Zukunft, die du ohne dieses Geld nicht umsetzen kannst?

Hinterlasse jetzt einen Kommentar!

 


Linda
Linda

Ich war in der Privatinsolvenz, selbstständig und hatte ständig Angst, dass mein Einkommen nicht ausreicht – auch wenn ich eigentlich immer genug verdient habe. So sah mein Leben vorher aus. Heute weiß ich, dass der Umgang mit Geld sich gut anfühlt, wenn du dein Geldbewusstsein änderst: Genieß dein Leben und spür die Fülle!

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