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Unbezahlte Arbeit: Wann du ausnahmsweise für umme arbeiten sollest

Vor einem Jahr hätte ich mir noch ernsthaft überlegt, ob ich über meinen Schatten springen soll. Jetzt nicht mehr. Denn mittlerweile weiß ich, dass es niemandem hilft, wenn ich unbezahlte Arbeit anbiete (es gibt eine Ausnahme, aber dazu später mehr).

Gelegentlich bekomme ich Mails von Frauen, die gerne mit mir arbeiten würden, aber leider haben sie im Moment nicht so viel Geld.

Fragen sie nach einem Rabatt?

Nein.

Aber ich überlege für eine Millisekunde, ob ich es ihnen durch einen Rabatt oder sogar eine kostenlose Teilnahme ermöglichen soll, trotzdem teilzunehmen.

Das bedeutet wiederum für mich, dass mein Einkommen drastisch sinkt.

Unbezahlte Arbeit hilft weder mir noch dir

Ich war noch vor zwei Jahren in der gleichen Situation. Ich wollte gerne spontan bei einem Seminar von Mara Stix und Marie Stoffers teilnehmen, aber die 250 Euro Teilnahmegebühr waren zu viel in dem Moment.

Also habe ich eine Runde geheult, dann überlegt, wo ich das Geld herbekomme und es mir geliehen (und wieder zurückgezahlt).

Als ich angefangen habe, mich coachen zu lassen, war es ähnlich. Fast 200 Euro monatlich bei einem damaligen Einkommen von ungefähr 1700 Euro waren eine Stange Geld!

Also das übliche Spiel: Im Kennenlerngespräch mit meinem Coach habe ich eine Runde geheult, mich wieder beruhigt und die Entscheidung getroffen: Ja, ich mach das jetzt.

Ja, ich habe viel geheult. Das hat sich mittlerweile zum Glück geändert.

Habe ich einen Rabatt bekommen?

Natürlich nicht. Weder bei Mara und Marie noch bei meinem späteren Coach.

Und ich weiß heute, dass ich dafür echt dankbar sein kann. Denn ich habe dadurch gemerkt, dass ich wirklich vorankomme und meine finanziellen Ziele erreiche, wenn ich mich dafür anstrengen muss.

Ich brauchte zusätzlich 200 Euro fürs Coaching jeden Monat: Kein Problem! Solange ich unbedingt das Coaching haben wollte, hat es problemlos geklappt, genau diese Summe zusätzlich zu verdienen. Als ich nicht mehr genau wusste, ob ich noch dahinter stehe, wurde es wie von Geisterhand wieder knapper.

Es liegt an mir, wie viel ich verdiene

Was denkst du? „Na klar, natürlich liegt es an mir!“

Es ist das eine, das zu wissen. Aber es auch zu verinnerlichen und danach zu handeln, ist das andere.

Warum ist es für mich wichtig, keine Rabatte außerhalb der Reihe zu geben?

  • Weil ich dir dadurch die Chance nehme, dich wirklich zu entwickeln.
  • Weil das Produkt dann nicht mehr den gleichen Wert wie vorher hätte.
  • Weil ich dann kostenlos beziehungsweise unterbezahlt arbeite.

Wann strengst du dich mehr an, die Aufgaben im Kurs zu erledigen und deine Geldblockaden zu bearbeiten? Wenn du 300 Euro Kursgebühr bezahlst oder wenn du kostenlos teilnehmen könntest?

Mach dir nichts vor, je geringer deine Investition, desto niedriger die Anstrengung.

Und genauso werden deine Kunden deine Arbeit weniger zu schätzen wissen, wenn du ihnen niedrige Preise anbietest oder sogar ausnahmsweise unbezahlte Arbeit für sie anbietest.

Aber es gibt eine Ausnahme, bei der sich unbezahlte Arbeit lohnt!

Nämlich dann, wenn du weißt, dass sich dein Einsatz später lohnen wird.

Wenn deine Arbeit eine Investition ist.

So war es zum Beispiel Anfang 2015, als ich Mara Stix zwei, drei Mal angeboten habe, für sie kleine Aufgaben zu erledigen.

Ich wollte für sie arbeiten und habe kostenlos meine Hilfe angeboten.

1,5 Jahre später bin ich (bezahltes) Mitglied in ihrem Team.

Unbezahlte Arbeit, wenn dein Einsatz eine Investition ist

Seit kurzem habe ich einen neuen, unbezahlten Job und freue mich wahnsinnig darüber!

Seit Ende 2014 weiß ich, dass ich Lewis Howes interviewen will. Hier habe ich eine Folge seines Podcasts von ihm übersetzt und transkribiert – weil ich die Folge so mega geil finde!

Klick hier!

Weil mein Ziel seit mehr als zwei Jahren in mir steckt und ich fest davon ausgehe, es zu erreichen, schaue ich nach Möglichkeiten, um ihm näher zu kommen. Ich pirsche mich heran.

So wie jetzt.

Ich hatte den Eindruck, dass er in seiner Facebook-Gruppe ein bisschen Unterstützung in der Moderation gebrauchen könnte und habe ihm das per Email vorgeschlagen.

Und nun?

Bin ich offiziell Moderatorin in der Gruppe von Lewis Howes – für umme. Wie geil ist das?!

Welche Erfahrungen hast du mit unbezahlter Arbeit gemacht?

21 Responses
  1. Liebe Linda, das sind interessante Gedanken. Ich habe deinen Artikel in meiner Facebook- Gruppe #womanpreneurlounge geteilt und bin gespannt auf die Rückmeldungen.

    LG Doris

  2. Hallo Linda,

    ich muss sagen, dass ich mir komischerweise noch nie so wirklich Gedanken darüber gemacht habe. In Bezug auf meine Fotos (angelawestphal.de) denke ich, dass das Endprodukt an sich den gleichen Wert hat, egal ob nun das Shooting mit 0€, 50€, 150€ oder 300€ bezahlt wird. Am Ende gibt es Bilder. Aber vielleicht hast du Recht und der emotionale Wert ist für den „Kunden“ ein anderer bei einem teurer bezahlten Produkt…

    Ich würde jedem anderen vermutlich auch sagen, dass er seine Leistung nicht unter Wert/für umme anbieten soll, aber sich selbst daran zu halten ist irgendwie nicht so einfach, aber das ist ein ganz anderes Thema 🙂

    Grundsätzlich denke ich allerdings auch, dass man auch Geben können muss. Ich weiß nur nicht, wo man da genau die Grenze ziehen sollte…

    LG Angela

    1. Linda

      Hallo Angela,
      danke für deinen Kommentar 🙂

      Ja, am Ende gibt es Bilder 😉
      Aber ich glaube z.B auch, dass der Durchschnittskunde eher einen Termin mit dir sausen lassen oder kurzfristig verschieben würde, wenn er kostenlos ist, als wenn er 300 Euro dafür bezahlen würde. Oder sich nicht entsprechend auf einen Termin vorbereitet 🙂

      Wie kommst du auf das Thema „Geben können“?
      Das hat für mich damit gar nichts zu tun 🙂
      „Geben können“ tue ich im privaten Umfeld.

      Liebe Grüße
      Linda

      1. Kennst du das, wenn man ein paar Tage später selbst nicht mehr weiß, was man meinte? 😀

        Ich glaube, ich meine damit, dass man auch ruhig mal Dinge kostenlos raushauen kann ohne dafür etwas Nehmen zu wollen. Aber vielleicht ist hier die Abgrenzung zwischen, hm, vielleicht Wissen weitergeben oder das eigentlich Produkt kostenlos anzubieten eher geeignet. Ja, ich denke, ich kann geben ohne meine Hauptdienstleistung = Fotografieren, kostenlos anbieten zu müssen. Und das geht sicherlich überall. Im Prinzip machst du es ja auch vor. Du teilst hier kostenlos Informationen und deine Gedanken, dein eigentliches Produkt/Leistung lässt du dir aber bezahlen.

        🙂 Ich glaube, irgendwie in etwa so meinte ich das 🙂

  3. Hey Linda,

    ich sehe das ähnlich wie du, aber ab und zu würde ich für umme arbeiten, nämlich wenn ich Menschen zum Üben brauche. Sie kriegen dann meine Leistung und meine Zeit, ich Praxis und meist auch ein Testimonial (=Bezahlung). Zu oft mache ich das aber auch nicht, denn sonst ist das auch nicht gut für meinen Selbstwert.

    Mach weiter so,
    Ivana

    1. Linda

      Hallo Ivana,

      ja, genau 🙂
      Das mache ich ja auch teilweise. Dann ist das Testimonial oder die Übung die Bezahlung.

      Liebe Grüße
      Linda

  4. Christine Völk

    So habe ich das in einer Gruppe auch gemacht und es hat mir sehr gut getan. Jetzt ist es alles im Umbruch. Meine Gedanken gehen in die Planung wie ich das jetzt konkretisiere.
    LG
    Christine

  5. Tanja

    Hi Linda,
    habe mir die Fomge von Lewis angehört. Vielen Dank für das Bekanntmachen und stetes erinnern, was und das wir alles ändern können. Du machst das toll. LG Tanja

  6. Liebe Linda,
    Ich habe immer wieder Rabatte gegeben, bei Menschen, die wenig Geld hatten., um ihnen ein Coaching zu ermöglichen. Ich hatte ja auch mal wenig Geld. Gerade hatte ich wieder so eine Klientin. Ich habe für ein Coaching für unter knapp 2 Stunden 60 Euro genommen, für ein Coaching mit 2.40 Stunden dann 100. da war mir die Dame böse znd fühlte sich ausgenutzt, sie hat mich sehr ins Nachdenken gebracht und tatsächlich kann ich beobachten, dass diejenigen die das Voaching vergünstigt bekamen, weniger engagiert waren und ich dann zusätzlich noch Diakussionen hatte. Und genau das werde ich nicht mehr machen. Ein Kfz-Mechaniker gibt auch keine Sozialrabatte. Und mir wird klar, dass ich mit meinen Rabatten, auch das Opfersein verstärke.
    Worüber ich nich nachdenke, ist ob ich mein kostenloses Kennenlerngespräch beibehalte oder auch diese kippe, denn ich möchte engagierte Klienten haben. Wie siehst du das? Liebe Grüsse heike

    1. Linda

      Hallo Heike,
      ja, solche Erfahrungen habe ich vor allem mit meinen Texter-Kunden gemacht.
      Da hatte ich anfangs auch einige, für die ich günstig gearbeitet habe und die letztendlich mehr Kritik hatten als meine guten Kunden 🙂

      Kostenloses Kennenlerngespräch finde ich schon sinnvoll.
      Zumindest wenn es um höhere Summen und eine persönliche Zusammenarbeit geht, will ich schon wissen, ob es menschlich passt.
      Nicht nur ich als Coach, sondern auch ich als Kunde 🙂
      Hast du ein Bewerbungsformular, das vor einem Kennenlerngespräch auszufüllen ist? Wenn du ein paar Fragen stellst, um herauszufinden, ob Engagement und Motivation vorhanden ist, selektierst du die unmotivierten damit gut raus 🙂

      Liebe Grüße
      Linda

      1. Hallo liebe Linda,
        wow, ein Bewerbungsformular, darauf bin ich noch gar nicht gekommen. Kannst du mir da Tipps geben, wie ich Motivation im Vorfeld abchecke? Ja, ich möchte mehr Klienten haben, die wirklich motiviert sind. Es ist so erfüllend zu sehen, was möglich ist, wenn es ein sattes Ja! zur Veränderung gibt.

  7. Barbara Pittner

    Liebe Linda,
    oh, wie gut kenne ich Deine Gedanken :-)) Herzlichen Dank, dass Du sie so formuliert und in einen Newsletter gepackt hast! Inzwischen nehme ich für jeden Auftrag ein Honorar. Es gibt eine große Ausnahme, bei der ich absolut kostenlos arbeite. Allerdings ist diese Kundin eben auch für mich eine Übung – und sie „bezahlt“ mich in Naturalien :-))) Ich fürchte, das hat auch etwas mit der Wertschätzung der eigenen Arbeit und des eigenen Könnens zu tun, wenn man so „freigiebig“ ist und kein Honorar oder nur ein ein geringes verlangt.
    Herzlichen Dank für diesen Sonntags-Impuls,
    liebe Grüße
    Barbara

    1. Linda

      Hallo Barbara,

      oh in Naturalien? Das finde ich auch schön 😀

      Da steckt ja auch oft viel Arbeit oder Zeit drin, das ist dann ein guter Ausgleich. Vorausgesetzt der Beschenkte erkennt den Wert für sich – wichtig, finde ich.
      Wenn mir beispielsweise jemand für eine Stunde Coaching eine Sahnetore backen würde, für die er lange in der Küche steht, wäre der Wert ausgeglichen. Aber da ich maximal ein Stück davon essen würde, weil mir Sahnetorten nicht schmecken, wäre ich mit dem Tausch trotzdem auf Dauer unzufrieden 🙂

      Liebe Grüße

  8. Tue mich leider selbst immer noch schwer, Geld für meine Arbeit zu verlangen. Ich glaube du machst es richtig. Danke für den Beitrag, ein weiterer Anlass konsequent zu sein und seine eigene Arbeit angemessen bezahlen zu lassen! VG, RIco

    1. Linda

      Hallo Rico,
      danke für deinen Kommentar 🙂

      Ich glaube, das ist alles Übungssache. Wenn du weiter an dir arbeitest und Schritt für Schritt vorangehst – selbst wenn die Schritte noch so klein sind – wird es immer leichter fallen.

      Liebe Grüße Linda

  9. Hallo Linda,
    vielen Dank für Deinen anregenden Artikel.
    Ich habe leider auch diese Angewohnheit, mich unter Wert zu verkaufen, bzw. gleich ganz gratis. Dann habe ich das mal ins Gegenteil gekehrt und auch das war nicht erfolgreich.
    Ich finden Deinen Ansatz gut, kostenlose Arbeit als „Investition“ zu betrachten. Das ist wirklich ein guter Prüfpunkt, den ich gebrauchen werden, um zu entscheiden, wem ich „helfe“.
    Ich finde es super, dass Du jetzt Moderatorin bei Lewis Howes bist. Ich bin selbst ein großer Fan von ihm, da werde ich gleich neidisch 😉 Meinen Respekt!!
    Liebgruß
    Marion

    1. Linda

      Hallo Marion,
      freut mich, dass dir der Artikel hilft 🙂
      Einfach nur von „kostenlos“ auf „ganz teuer“ zu wechseln, funktioniert meistens dann auch nicht, weil sich dann die lieben Geldblockaden auf andere Weise zeigen 😉

      Liebe Grüße
      Linda

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Geld manifestieren: