Prokratination

Prokrastination. Ich war lange ein gutes Beispiel dafür. Prokrastination ist keine neue Krankheit, sondern steht schlaudeutsch einfach für Aufschieben. Das konnte ich gut. 

Der Schlendrian ist unerwünscht

Nicht nur in der Selbstständigkeit, sondern allgemein, wenn du es zu etwas bringen willst, solltest du dir angewöhnen, Sachen sofort zu erledigen.

Wenn es schlecht läuft, bricht dir der Schlendrian sonst das Genick!

Beruflich passierte mir das nicht. Da erledige ich alle Aufträge pünktlich. Privat sah es jedoch anders aus.

Der Verrechnungsscheck des Grauens

Beispiel: Ein Jahr lang war ich im Besitz eines Verrechnungsscheck von der Krankenkasse. Als Belohnung, weil die so gut gewirtschaftet hat, bekommen die Mitglieder einen kleinen Ausgleich. Nicht viel, aber ein kleines Taschengeld.

Ich hatte mir gedacht, dass ich mir den Scheck zurücklege für ganz schlechte Zeiten. Quasi als Notreserve.

Tja, viel zu spät denke ich (seit Monaten mal wieder) an diesen Scheck, hole ihn und stelle entsetzt fest, dass ich ihn nur ein paar Tage später einlösen musste.

Also schnell zur Bank, doch da stelle ich fest, dass die geschlossen hat. Problematisch war, dass ich ab dem nächsten Tag unterwegs war und es dadurch noch enger wurde. Ich musste also meine Pläne umwerfen, nur weil ich es versäumt hatte, den Scheck rechtzeitig einzulösen.

Immerhin klappte es, aber trotzdem war ich genervt.

Ist Prokrastination für dich auch ein Problem?

Gut, den Scheck nicht rechtzeitig einzulösen, ist nicht dramatisch, aber sehr ärgerlich. Schließlich hätte ich dadurch Geld verloren.

Vielleicht kennst du andere Situationen, in denen du Aufgaben oder ganze Projekte vor dir herschiebst.

Das Problem ist, dass die Sachen dadurch nicht nur einfach liegen bleiben, sondern sich durchaus verschlimmern können.

Denk an die Steuererklärung! Nur weil sie niemand schreibt, vergisst das Finanzamt nicht, dass es dich gibt.

Schluss mit Aufschieberitis! 4 Tipps, wie du herauskommst

1. Säubere deinen Email-Eingang jeden Tag.

In einem Beitrag von Markus Cerenak habe ich gelesen, dass er empfiehlt, den Email-Eingang immer leer zu räumen.

Jede Mail, die du bekommst, sortierst du sofort in Ordner.

Die meisten Mails kannst du wahrscheinlich eh löschen. Uninteressante Newsletter solltest du sofort abbestellen, da sie deinen Eingang zumüllen.

Wenn noch etwas über bleibt, schaust du, was du sofort oder innerhalb von wenigen Minuten beantworten kannst. Die Antwort schreibst du sofort und löscht die Anfrage dann oder schiebst sie in einen Erledigt-Ordner.

Antworten, die mehr Zeit benötigen, kannst du dir bis zum Abend aufheben. Dann ist es aber spätestens Zeit, sie zu beantworten.

2. Setz dir deine Aufgaben auf Termin und trag sie dir in deinen Kalender ein!

Ob es ein klassischer Kalender oder dein Smartphone ist, spielt keine Rolle. Nimm das, was du tatsächlich täglich benutzt.

Trag` dir aber nicht nur die absolute Deadline ein, sondern zusätzlich ein bis zwei Wochen vorher, falls du noch Vorbereitungen treffen musst. Es könnte sonst eng werden.

3. Schreibe täglich eine To-Do-Liste!

Ich schreibe meine morgens, aber du kannst sie auch am Abend vorher in Ruhe erstellen. Auf diese Liste kommen nicht nur wichtige und große Aufgaben, sondern ebenso die kleinen.

Musst du einen wichtigen Brief schreiben, ihn zur Post bringen oder einen Anruf erledigen, schreib es auf. Mich motivieren die einzelnen Punkte, sie abzuarbeiten und anschließend durchzustreichen.

4. Nimm Kontakt auf!

Ist eine Rechnung ins Haus geflattert, die du nicht bezahlen kannst? „Aus den Augen, aus dem Sinn“ ist jetzt kein Gedanke, den du verfolgen solltest.

Abgesehen davon, dass irgendwann Mahngebühren anfallen, hast du die unbezahlte Rechnung immer im Hinterkopf. Du kannst es nicht verdrängen, dass du noch etwas schuldig bist. Vielleicht grübelst du vor dich hin oder der Gedanke ist nur unterschwellig zu bemerken. Er ist trotzdem eine Belastung.

Was ist also zu tun? Schreib dem Absender eine Mail oder ruf ihn an und erkläre ihm dein Problem. Letztendlich wird er froh sein, zu wissen, warum du bisher nicht gezahlt hast. Auf einen langen Weg mit Mahnungen und Inkassounternehmen haben die wenigsten Unternehmer Lust. In einem vernünftigen Gespräch könnt ihr eine Ratenzahlung vereinbaren und seid beide zufrieden.

Probier es einmal aus. Verschieb unangenehme Aufgaben nicht, sondern erledige sie sofort. Du merkst schnell, dass eine Last von dir fällt und du deutlich zufriedener bist.

Hier gibts ein kleines Video als Zusammenfassung:

 

Schiebst du viel auf oder erledigst du alles sofort?

Hinterlasse jetzt einen Kommentar!

 


Linda
Linda

Ich war in der Privatinsolvenz, selbstständig und hatte ständig Angst, dass mein Einkommen nicht ausreicht – auch wenn ich eigentlich immer genug verdient habe. So sah mein Leben vorher aus. Heute weiß ich, dass der Umgang mit Geld sich gut anfühlt, wenn du dein Geldbewusstsein änderst: Genieß dein Leben und spür die Fülle!

    8 replies to "Prokrastination: 4 Tipps, die dich voranbringen (inkl. Video)"

    • Ede-Peter

      … manchmal schon, da ist bei mir der große Schlendrian drin. Da ich aber so etwas nicht dulden kann (Krankheitsbedingt), muss ich ständig mich zur Ordnung rufen – in der Regel klappt es auch.

      (Früher (wie das blöd klingt) war es aber schon anders, ungefähr so wie bei dir, beruflich alles Top, privat Katastrophe)

      LG
      Ede

    • Bettina

      Hallo Linda, hab grad gestern Deinen Blog entdeckt und mich festgelesen. Einen total schönen Schreibstil hast Du!

      Ja, ich kämpfe auch mit Aufschieberitis. Seit Wochen will ich meinen Blog startklar kriegen für den Launch. Aber irgendwie drücke ich mich darum, die 3 noch fehlenden Beiträge zu schreiben.
      Aber Kalender ist schon besorgt und morgen gehts los! :=)

      • Linda

        Hallo Bettina,
        ich freue mich gerade sehr, dass dir mein Blog gefällt 😀

        Zum Blog: Ich finde, das Wort Launch ist so riesig groß und weckt wahnsinnige Erwartungen.
        Kommt sicherlich daher, dass die großen Blogger es mit ihren ganzen Launches uns vormachen und damit Erfolg haben.

        Lass das Wort weg und sag dir doch: „Ich fange jetzt mit meinem Blog an.“
        Stell die Seite online, füll die Sidebar mit ein paar Widgets, einem Foto von dir und schreib einen Mini-Beitrag, dass es bald losgeht.
        Wenn du es nicht an die große Glocke hängst, findet anfangs eh niemand deinen Blog online – aber immerhin ist er dann schon da!
        Und du kannst ihn nach und nach füllen 🙂

        Lieben Gruß, Linda

    • Daniela

      Hallo Linda!

      Das Video ist süß – muss ich einfach mal als erstes loswerden. Und zum Thema: Ich bin nicht gut organisiert, aber im Allgemeinen schaffe ich es, die Dinge zu erledigen, die gemacht werden müssen und arbeite ansonsten im Schneckentempo an Projekten, die ich vielleicht superinteressant finde, die aber nicht lebenswichtig sind. Für Tage wie morgen, an denen ich mir den Tag selbst organisiere, mache ich mir gerne to-do-Listen und freue mich dann abends, wenn hoffentlich alles abgehakt ist.

      Liebe Grüße,
      Daniela

      • Linda

        Hallo Daniela,
        genau! Süß ist das richtige Wort 🙂 Ich finde die Präsentation auch sooo süß, dass ich mir das Video anfangs gleich mehrere Male angesehen habe.
        Zum Glück ist das kein Eigenlob, die Ehre bekommt Powtoon.com, die die Software zur Verfügung stellen 🙂

        Ja, die super-interessanten-nicht-überlebenswichtigen Projekte kenne ich auch 🙂 Bei mir bleiben die aber dann komplett auf der Strecke liegen.
        Ist doch super, dass du damit immerhin langsam vorankommst. Steter Tropfen höhlt den Stein 😉

        Lieben Gruß, Linda

    • […] Das Geschäft läuft schon seit ein paar Jahren schlecht, die Finanzen sind nicht so wie erhofft. Vielleicht gehörst du auch zu den Frauen, die wissen, dass es eigentlich Zeit ist, etwas zu ändern. Aber trotzdem nichts unternehmen. […]

    • […] Das Geschäft läuft schon seit ein paar Jahren schlecht, die Finanzen sind nicht so wie erhofft. Vielleicht gehörst du auch zu den Frauen, die wissen, dass es eigentlich Zeit ist, etwas zu ändern. Aber trotzdem nichts unternehmen. […]

    • […] Test war mir, herauszufinden, mit welchen Anbieter ich möglichst unkompliziert arbeiten kann. Auf ein langes Hin und Her hatte ich keine Lust, diese Zeit wollte ich nicht investieren. Dafür war mir der Aufwand schlicht […]

Leave a Reply

Your email address will not be published.