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Modeblog oder Reiseblog schreiben? Mit deinem Blog Geld verdienen

Modeblog

Wie schön: Dank deines Modeblogs nur coole Klamotten tragen, sich dabei zu knipsen und am Ende des Monats fließt Geld aufs Konto! Oder legst du nicht so großen Wert darauf, den aktuellen Trends zu folgen?

Glückwunsch, dann geht es dir wie mir. Vielleicht willst du dann um die Welt reisen, faul am Strand liegen, surfen und dafür auch noch gut bezahlt werden? Dann sei doch einfach Reiseblogger.

Der Scheint trügt

Ist das wirklich die Realität? Natürlich nicht. Zwar kannst du mit einem Reise- oder Modeblog gutes Geld verdienen und dabei ein angenehmes Leben führen, der Weg bis dahin ist jedoch häufig nicht leicht.

Für Außenstehende scheint es relativ einfach, damit Geld zu verdienen. Jeder trägt Kleidung und viele glauben, sie haben Ahnung von Mode. Und in den Urlaub fährt schließlich jeder irgendwann – passt also. Der Alltag eines Bloggers sieht jedoch oft anders aus.

Und nur, weil schon ein Einkommen vorhanden ist, heißt das nicht, dass du davon leben kannst. Von finanzieller Freiheit einmal komplett abgesehen.

Studie: Verdienst mit deinem Modeblog

Das Online-Magazin Styleranking.de hat dazu im vergangenen Jahr eine Studie durchgeführt, wonach immerhin 65 Prozent der Modeblogger mit ihrer Website verdienen. Das traurige Ergebnis ist aber, dass 92 Prozent von ihnen nicht davon leben können.

  • 3 % verdienen zwischen 1.000 und 2.000 Euro
  • 3 % zwischen 2.000 und 3.000 Euro
  • und 2 % zwischen 3.000 und 5.000 Euro.
  • Mehr hat zu dem Zeitpunkt keiner der teilnehmenden Modeblogger verdient.

So verdienen Modeblogger ihr Einkommen

Ein wichtiges Standbein sind dabei Kooperationen mit Unternehmen: 90 %  der Blogger haben bis zu fünf pro Monat. Oft erhalten sie Geld oder bekommen Produkte. Die bekannte Modebloggerin Marsha Sedgwick berichtet, dass es sich durchaus lohnt, Mode von Marken und Designern entgegenzunehmen. Sie zieht sie ein paar Mal an und verkauft sie dann online in Kleiderbörsen. Nicht schlecht!

Ihre anderen Einnahmequellen sind die üblichen, die auch Blogger aus anderen Bereichen nennen: Affiliate Marketing, Bannerwerbung, Sponsored Posts und Aufträge in anderen Bereichen, die sich über die Website ergeben.

Allerdings zählt Marsha zu den erfolgreichsten Modebloggerinnen Deutschlands und führt ihren Blog seit 2010. Seit mittlerweile fünf Jahren schreibt sie dort, postet Fotos und berichtet aus ihrem Leben. Ihr Durchhaltevermögen wird mit mehr als 50.000 Fans auf Facebook, 51.700 bei Instagram und fast 9.500 Abonnenten bei Youtube belohnt. Respekt!

Gerade anfangs sieht es mit einem Verdienst hingegen oft noch schlecht aus. Ich habe Susanne vom Modeblog Shoppingdiaries.de interviewt. Sie erzählt dir, ob sie  mit ihrem Blog nach acht Monaten Geld verdient und wie sie sich ihre Blogger-Zukunft vorstellt:

https://youtu.be/hgxtkFKd_0s

Welche 3 kritischen Zeitpunkte du überstehen musst!

Es gibt einen wesentlichen Punkt, warum es viele Blogger nicht schaffen, mit ihrem Vorhaben erfolgreich zu sein: Sie verlieren die Lust am Bloggen und hören auf, bevor sich der Erfolg einstellt.

Im Blog Camp warnen Conni und Sebastian vor drei kritischen Zeitpunkten:

  1. Nach drei Monaten verfliegt die erste Euphorie, weil der Blog endlich online ist, das Theme steht und die ersten Beiträge eingestellt sind.
  2. Nach einem halben Jahr bemerkst du spätestens, dass der Blog nicht im Alleingang funktioniert. Mehrere Stunden pro Woche sind notwendig, wenn du einen Beitrag schreibst und dich in sozialen Netzwerken tummelst. Zu diesem Zeitpunkt sind trotz deines Eifers die Besucherzahlen wahrscheinlich noch nicht berauschend. „Schöne Scheiße“, denkst du dir dann. „Für wen schreibe ich eigentlich!?“
  3. Allerdings soll die ganze Arbeit nicht umsonst gewesen sein und du machst weiter. Schließlich willst du nicht zu der Gruppe gehören, die schon aufhört, kaum dass sie angefangen hat. Du überlegst dir also neue Themen, tüftelst ein bisschen mit SEO herum und schreibst. Nach einem Jahr zeigt sich dann, wie ernst es dir mit deinem Blog ist. Viele hören dann auf.

Weitermachen ist die Devise

Das ist der große Fehler. Carina von Um180Grad.de hat in ihrem Vortrag auf der CeBIT / Rock the Blog betont, dass irgendwann der Erfolg kommt (vorausgesetzt dein Blog sieht einigermaßen gut aus und du schreibst nicht totalen Murks). Bei manchen kommt er nach einem Jahr, bei anderen nach zwei oder drei. Also: Weitermachen!

Die ersten beiden Knackpunkte habe ich überstanden, dem dritten sehe ich (noch) gelassen entgegen. Mal sehen, wie es im Herbst aussieht, wenn ich beziehungsweise mein Blog seinen ersten Geburtstag feiert.

7 erfolgreiche Reiseblogger und ihr Verdienst

Conni, Sebastian und Carina zählen zu der zweiten Kategorie: den Reisebloggern. Und hier zu denen, die sich ein Business aufgebaut haben und davon leben können.

Auch hier kam der Erfolg nicht über Nacht. Conni konnte immerhin schon nach einem Jahr von ihrem Blog leben, allerdings hatte sie als Backpackerin keine allzu hohen Ausgaben.

Heute hat sich das Blatt gewendet und die drei sind gut im Geschäft.

Auf Travelbook.de gab es im vergangenen Jahr einen Artikel, in dem einige Reiseblogger ihr Einkommen offenbart haben:

  • Patrick Hundt von 101places.de hat 2012 gestartet und gab als Verdienst durchschnittlich 4.000 Euro ein. Introvertiert.org und Healthyhabits.de sind weitere Blogs, auf denen er schreibt.
  • Conni hat ebenfalls 2012 mit ihrem Blog Planetbackpack.de angefangen und kann 5.000 Euro monatlich vorweisen.
  • Sebastian hat mit Off-the-Path.com fast 4.000 Euro eingenommen. Mittlerweile hat er seinen Blog Travelworklive.de hinzugenommen und hat im April 2015 mehr als 5.300 Euro verdient.
  • Felicia von Travelicia.de hatte im vergangenen Jahr etwa 2.500 Euro monatlich zur Verfügung.
  • Marianna Hilmer-Wiechmann von Weltenbummlermag.de verdient hauptsächlich indirekt mit ihrem Reiseblog und kann durch Aufträge ihren Lebensunterhalt finanzieren.
  • Auch Christine Neder von Lilies-Diary.com verdient genug mit ihrem Blog, um damit leben zu können.

Möglichkeiten, beim Reisen Geld einzunehmen

Alleine, indem sie um die Welt jetten und von einem Strand zum nächsten düsen, verdienen sie aber kein Geld. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um beim Reisen den Geldfluss zu aktivieren.

Reportagen für Zeitschriften oder Online-Magazine schreiben, Übersetzungen, Social-Media-Betreuung, eigene Online-Shops, Online-Marketing, Vorträge, Coaching oder Webseiten-Aufbau sind nur einige von ihnen.

Wenn du es ausführlicher wissen willst, schau bei Earthcity.com vorbei. Dort findest du einen Podcast mit Partick Hundt sowie die Episode als Text, wo er beschreibt, wie sich sein Blog-Business im Laufe der Zeit entwickelt hat. Hier geht`s lang.

Hast du schon einen Blog und vor, damit Geld zu verdienen?

Ich freue mich, wenn du in die Kommentare schreibst, wie deine Pläne aussehen.

13 Kommentare

  1. Hi Linda,

    ich habe MIT meinem Blog in einem Jahr genau null Cent verdient. Aber ÜBER meinen Blog habe ich unbezahlbare viele Kontakte geknüpft, Projekte angeschoben, Kunden für meine Freelancertätigkeit als Texter und Lektor gefunden, usw.

    Die Strahlkraft eines gut geführten Blogs ist enorm hoch, das sollte man nie außer Acht lassen. Selbst wenn der Blog (noch) nicht das eigene Business ist. Allein für diese top Visitenkarte im Netz lohnt sich der Aufwand.

    Liebe Grüße
    Mischa

    • Hallo Mischa,
      ja genau, das ist sehr wichtig 🙂
      Susanne aus dem Video spricht davon und bei Marsha Sedgwick machen solche Projekte auch einen Teil des Einkommens aus.
      Ich unterscheide eher zwischen direktem und indirektem Verdienst.
      Wenn ich von „MIT dem Blog verdienen“ schreibe, ist dieses Einkommen daher damit eingeschlossen – OHNE den Blog würde es das Geld ja nicht geben 😉

      Viele Grüße
      Linda

  2. Ich glaube auch, dass Durchhalten das Wichtigste ist und dass man eine ziemliche Frusttoleranz besitzen muss. Dazu nicht jeden Müll annehmen, wenn es ein paar Euro gibt, das sägt am guten Image. Mir hat mein Blog immerhin ein paar Euro und schöne Touren gebracht. Und ich arbeite daran, dass es mehr wird 😉

    Liebe Grüße,
    Ivana

    • Hallo Ivana,
      deinen Müll-Hinweis finde ich wichtig!
      Ich sehe es auch immer wieder, dass Blogger sich deutlich unter Wert verkaufen, wenn sie ein günstiges Produkt kostenlos bewerben oder einen Werbetext für ein paar Euro auf ihrem Blog veröffentlichen. Vielleicht sind sie sich gar nicht bewusst, dass sie ihrem Image dadurch schaden …

      Lieben Gruß
      Linda

  3. Pinkback: Links der Woche 20 • Canistecture

  4. Ich betreibe meinen Blog seit über 6 Jahren und hatte niemals vor, damit Geld zu verdienen.

    Inzwischen bekomme ich dennoch immer häufiger Gratis-Produkte, werde auf Pressereisen eingeladen und erhalte (mehr oder weniger interessante) Kooperationsangebote.

    Wenn die Angebote zu mir und zu meinem Blog passen, nehme ich sie an. In allen anderen Fällen lehne ich freundlich ab. Denn durch diesen „Erfolg“ hat sich meine Grundeinstellung zum Bloggen nicht geändert:

    Mein Blog ist mein Hobby, das ich mit viel Spaß und einer Menge Leidenschaft betreibe. Aber meinen Lebensunterhalt will ich mit dem Bloggen nicht verdienen. Dafür habe ich meinen Job 🙂

    Damit unterscheide ich mich natürlich von mymoneymind – aber was für Dich wichtig ist: dran bleiben ist in der Tat wichtig und richtig – und führt auch Dich zu Deinem Ziel. Das wollte ich mit meinem Beispiel verdeutlichen. Ich wünsche Dir viel Erfolg und behalte Deinen Blog gern im Auge!

    • Hallo Eddy,
      danke für deinen Kommentar 🙂
      Jeder hat sicherlich eine andere Motivation zu bloggen. Erst gestern habe ich den Begriff vom „selbstbestimmten Publizieren“ gelesen, das trifft es in meinem Fall ganz gut.
      Ich verdiene seit neun Jahren mein Geld damit, für andere zu schreiben. Jetzt will ich für mich schreiben, das was mir gefällt. Und dass ich damit echte Menschen erreiche und ihnen helfe, ist natürlich noch das Tüpfelchen auf dem I.

      Viele Grüße
      Linda
      (Dein Tchibo-Video ist cool!)

  5. Hallo Linda,
    ich bin gerade über deinen Blog gestoßen, habe mich sogleich festgebissen und werde wohl in Zukunft öfter mal hier vorbeischauen! 🙂
    Ich habe das BlogCamp von Conni und Sebastian auch absolviert, seit April steht mein Blog und ja – es ist verdammt viel Arbeit. Auch wenn ich noch viel zu lernen habe und noch lange vom Geld verdienen entfernt bin, bin ich zuversichtlich, dass es stetig aufwärts geht. 🙂
    LG

    • Hallo Anja,
      ah, eine BlogCamperin 🙂
      Dein Blog sieht gut aus, gefällt mir. Ich wünsche dir viel Erfolg damit!

      Lieben Gruß
      Linda

  6. Pinkback: Was dein Selbstwert mit deinem Verdienst zu tun hat - MyMoneyMind

  7. Pinkback: Passives Einkommen: Ideen, 5 Erfahrungen, 6 Vorschläge - MyMoneyMind

  8. Hallo Linda,

    toller Artikel.
    Ich habe erst Ende Februar 2016 meinen Blog gestartet. Eigentlich nicht mit dem Hintergrund, damit Geld zu verdienen, sondern einfach, weil ich das Bloggen vermisst habe. Ich hatte vor paar Jahren schon mal einen Produkttester Blog, den musste ich wegen mangelnder Zeit aufgeben. Im Laufe der Zeit hat sich bei mir sehr vieles verändert und ich liebe es einfach zu Reisen und auch über andere schöne Dinge im Leben zu berichten und da kam mir der Gedanke, warum nicht das eine mit dem anderen verbinden. 🙂
    Ausserdem interessiere ich mich sehr stark für das Programmieren insbesondere das Programmieren von Webseiten und wie kann man besser Erfahrungen sammeln, als mit einem eigenen Projekt. 😉
    Klar, wenn ich mit meinem Blog im Laufe der Zeit Geld verdienen kann, freue ich mich, aber das ist nicht mein Hauptziel 🙂

    LG

    • Hallo Julia,
      danke für deinen Kommentar.

      Mit einem Produkttester-Blog habe ich vor einigen Jahren auch angefangen, aber schnell wieder aufgehört. 😀
      Schön wenn du auf deinem Blog all deine Interessen vereinen kannst – was kann es schöneres geben 🙂

      Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg mit deinem Blog
      Linda

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