Millionäre foto
„The Millionaire Next Door“. Bild: Linda Benninghoff

Dicke Goldketten am Hals, auffällige Siegelringe am Finger, nur feinsten Zwirn am Körper – so fährt der typische Millionär mit seinem vergoldeten Rolls Royce vor seiner Luxusvilla vor. Solche Bilder erscheinen einigen Menschen, wenn sie sich den typischen Millionär vorstellen sollen. Geht`s dir auch so?

Dann wirst du dich wundern. Das Buch „The Millionaire Next Door“ von Thomas J. Stanley und William D. Danko trägt den Untertitel „The suprising secrets of Americas`s wealth“ („Die erstaunlichen Geheimnisse von Amerikas Reichen“) und liefert viele Fakten, die du sicherlich noch nicht wusstest. 

Millionäre in den USA

Die Infos in diesem Buch beziehen sich allerdings ausschließlich auf die USA. Für Deutschland oder Europa findest du dort nix. Die Prinzipien, die die Autoren herausgefunden haben, lassen sich aber sicherlich ebenso auf deutsche Millionäre anwenden.

Allerdings gibt es eine Tabelle, in der die amerikanischen Millionäre in Nationen aufgesplittet sind (S. 17). 19,5 Prozent aller Haushalte in den USA haben einen deutschen Ursprung. Mit einem Anteil von 17,3 Prozent erreichen die Deutschstämmigen unter den Millionärshaushalten den zweiten Platz. Fast 600.000 von ihnen leben dort.

Studien, Interviews und Experten

Als Grundlage des Buches dienen den Autoren zahlreiche Studien. Die größte von ihnen fand von Mai 1995 bis Januar 1996 statt. In dieser Zeit verteilten die Autoren an mehr als 1.000 Teilnehmer Fragebögen zu ihren finanziellen Angewohnheiten. Jeder hatte 249 Fragen zu beantworten.

Dabei ging es unter anderem um die Haushaltsführung, Ängste oder Sorgen sowie die finanzielle Unterstützung der Kinder. Hinzu kamen weitere, kleinere Studien sowie Interviews mit Selfmade-Millionären und Finanzexperten.

Erstaunliche Fakten zum Durchschnittsmillionär

Der Millionär, den ich in der Einleitung beschrieben habe, gibt es in den USA nur selten. Der durchschnittliche Reiche sieht anders aus. Hier ein paar Fakten aus dem Buch (Seite 8 ff.):

  • Das durchschnittliche Brutto-Einkommen liegt bei 247.000 Dollar pro Jahr (1996).
  • Im Schnitt hat ein amerikanischer Millionär allerdings 3,7 Millionen $ Netto-Vermögen.
  • Ein luxuriösen riesigen Villen wohnen sie nur selten: 320.000 $ kostet das Eigenheim.
  • Sparen und Investitionen nehmen einen wichtigen Stellenwert in ihrem Leben ein: Zwischen 15 und 20 Prozent des Einkommens fließen in Investitionen. Sie verlassen sich nicht auf ihren Bankberater, sondern kümmern sich selbst um ihre Finanzen und legen ihr Geld in Aktien und Fonds an.
  • 80 Prozent von ihnen haben sich ihren Reichtum selbst erarbeitet, davon 2/3 als Selbstständige.
  • Jeder zweite hat noch nie mehr als 399 $ für einen Anzug oder ein anderes Kleidungsstück ausgegeben. Jeder zehnte sogar nur 195 $ oder weniger (S. 32).
  • Für ein paar Schuhe haben 50 Prozent noch nicht mehr als 140 $ ausgegeben; nur ein einziger Teilnehmer hatte für ein Paar mehr als 667 $ übrig (S. 32).

Weitere Themen, die die Autoren in „The Millionaire Next Door“ ansprechen, sind:

  • Wer spart effektiver?
  • Wie stimmt der äußere Bild mit dem Vermögen überein?
  • Hilft oder schadet es Kindern, wenn Eltern sie mit Geldgeschenken unterstützen?
  • und noch ein paar andere.

Mein Eindruck vom Buch

„The Millionaire Next Door“ ist total interessant! Die verschiedenen Infos haben bei mir dafür gesorgt, dass so manche Lampe angesprungen ist. Allerdings hab ich ungefähr ab der Hälfte des Buches angefangen, mich teilweise zu langweilen, Kapitel zu überspringen und mir das rauszupicken, was mich interessiert.

Ich bin aber sowieso eher ein Typ, der mit Zahlen und Tabellen nicht sonderlich viel anfangen kann. Von daher ist es erstaunlich, dass ich soviel darin gelesen habe und empfehle es gerne weiter.

Ach ja, es ist in englisch geschrieben. Eine deutsche Ausgabe habe ich nicht entdeckt.

Hier kannst du es kaufen.

Hättest du erwartet, dass jeder zweite Millionär nicht mehr als 140 $ für seine Schuhe ausgibt?

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Linda
Linda

Ich war in der Privatinsolvenz, selbstständig und hatte ständig Angst, dass mein Einkommen nicht ausreicht – auch wenn ich eigentlich immer genug verdient habe. So sah mein Leben vorher aus. Heute weiß ich, dass der Umgang mit Geld sich gut anfühlt, wenn du dein Geldbewusstsein änderst: Genieß dein Leben und spür die Fülle!

    12 replies to "Millionäre nebenan? „The Millionaire Next Door“ – Rezension"

    • Teilzeitinvestor

      Ist schon eine Weile her dass ich das Buch gelesen habe, aber bis auf die etwas langatmigen Statistiken fand ich es auch sehr aufschlußreich. Besonders hängengeblieben ist mir das Verhalten beim Autokauf: der typische Millionär hat nicht etwa jedes Jahr einen neuen BMW vor der Tür, sondern kauft seinen Wagen gebraucht und/oder fährt ihn jahrelang.

      • Linda

        … und recherchiert nicht monatelang im ganzen Land nach dem günstigsten Angebot, feilscht, geht dann doch zu einem anderem und verplempert dadurch wertvolle Arbeitszeit. Das fand ich auch beeindruckend!

        Vielen Dank für deinen Kommentar 🙂

    • Claudius

      Hallo Linda.

      Vielen Dank für diese Buchvorstellung. Ich habe mir zwar schon gedacht, dass Millionäre sparsamer sind, als man auf den ersten Blick denken mag (Wie sind sie sonst auch zu ihrem Reichtum gekommen) aber dass sie doch so sparsam sind, hätte Ich wirklich nicht gedacht.
      Zum Glück sind Zahlen und Tabellen genau mein Ding. Also mein Interesse hast du geweckt. Mich würde interessieren, wie viele Seiten das Buch hat (oder habe Ich das überlesen?)
      Gruß,

      Claudius

      • Linda

        Hallo Claudius,
        freut mich, dass ich dein Interesse wecken konnte 🙂
        Das Buch ist VOLL mit Fakten, insgesamt sind es 255 Seiten (du hast es nicht überlesen).

        Viele Grüße
        Linda

    • Salva

      Hey Linda,

      wirklich coole Empfehlung, solche Informationen sind wirklich sehr interessant.

      Ich sag ja immer: Von den Reichen lernt man das sparen!

      Und diese Fakten zeigen genau das. Wer gut verdient sollte einen Teil davon investieren und nicht über seine Verhältnisse leben (das passiert meistens wenn man andere beeindrucken will), so kommt der Reichtum langfristig von ganz allein!

      Vielen Dank für den Tipp, das Buch steht jetzt auf jeden Fall auf meiner Liste der Bücher die ich demnächst lesen werde.

      Gruß
      Salva

      • Linda

        Hallo Salva,
        danke 🙂
        Ich bin gespannt, wie es dir gefällt.
        Lesen wir in deinem Blog darüber? Ich hoffe.

        Viele Grüße
        Linda

    • Sebastian

      Hi Linda,

      finde es schön das du dieses Buch vorstellst und man das leben eines Millionärs mal etwas anderes sieht als es das Fernsehen zeigt.
      Ich möchte nur zu bedenken geben, dass dieses Buch nicht so viel für uns „deutsche/Europäer“ ist. Klar stimmen bestimmte Sachen und man kann sie 1 zu 1 auf uns übertragen aber die Amerikaner haben keine Altersvorsorge/Krankenkasse wie wir. Deswegen sind auch Gehälter und deren Anlage verhalten etwas anders als bei uns. Würdest du dein gesamtes Geld aus der Rentenkasse sparen und damit Aktien kaufen oder es auf ein Sparbuch anlegen, würdest du schnell auch Millionär sein.

      Viele Grüße

      • Linda

        Hallo Sebastian,
        das stimmt, die Verhältnisse in Amerika lassen sich nicht auf Deutschland übertragen. Aber darum geht es meiner Meinung nach in dem Buch auch nicht 🙂
        Es zeigt lediglich, dass du es mit einem ausschweifenden Lebensstil nur schwer schaffen wirst, viel Geld zu sparen. Lebst du hingegen zurückhaltend, bescheiden und sparst, ist es wesentlich leichter möglich – so wie es die vielen amerikanischen Millionäre zeigen.

        Viele Grüße
        Linda

    • Monika Mann

      Hi,

      Ich melde mich mal als deutsche Millionärin und kann das Verhalten nur bestätigen. Ich würde sogar behaupten, dass deutsche MillionärInnen noch bescheidener Leben, als Amerikanische. In meiner Familie hat Sparsamkeit einfach noch viel mit den Kriegserfahrungen meiner Eltern zu tun. Sie sind extrem sparsam und ich habe das von Ihnen übernommen. Wenn auch ein bisschen abgemildert. Im Augenblick bastel ich an einem Buch, um über meine Erfahrungen des Vermögensaufbaus zu berichten. Ich bin gespannt, auf welches Interesse es stoßen wird.

      • Linda

        Hallo Monika,
        super, danke, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. 🙂
        Es ist wirklich interessant, dass das Bild, das die Öffentlichkeit von Millionären hat, so viel anders ist als die Realität.
        Auf dein Buch bin ich gespannt!

        Viele Grüße
        Linda

    • […] zu führen. Um deine finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen, ist es aber ratsam. In dem Buch „The Millionaire Next Door“ beschreibt der Autor beispielsweise, dass die meisten Millionäre genau wissen, wofür sie ihr Geld […]

    • […] deutsche Millionärin“ – mit diesem Satz beginnt ein Kommentar zur Buchvorstellung von „Millionäre nebenan“ in diesem […]

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