Startup investieren

Wenn du in Zukunft enorm stylische E-Bike auf der Straße entdeckst, auf denen sagenhaft erfolgreiche Menschen zur Arbeit fahren, denk an mich. Die Wahrscheinlichkeit ist vorhanden, dass diese Räder durch meine Investition auf den Markt gekommen sind. Jawollo!

In ein Startup zu investieren, stand schon seit einigen Monaten auf meinem Plan. Nun hab ich es endlich getan und fühle mich fast wie Tim Ferriss.Worum es sich beim Crowdinvesting handelt, habe ich vor einiger Zeit schon in diesem Blog beschrieben. Allerdings handelt es sich dabei um die blanke Theorie. Heute geht es um die Praxis.

1# Einen Anbieter auswählen

Ich habe mir unter der Menge an Crowdinvesting-Plattformen zwei herausgesucht, bei denen der Mindestbetrag bei fünf Euro liegt. Einen großen Gewinn kann ich damit natürlich nicht machen. Darum geht es mir aber im Moment auch noch nicht. Ich will verschiedene Anlageformen testen, mich mehr mit meinem Geld beschäftigen und dabei Spaß haben. In ein Startup zu investieren, schien mir da genau richtig zu sein!

In Frage kamen für mich www.welcomeinvestment.com und www.companisto.net. Bei beiden habe ich mich angemeldet und mir die verschiedenen Startups angesehen. Bei Companisto hat mir sofort besser gefallen, dass die Beschreibungen der Vorhaben auf den ersten Blick wesentlich ausführlicher sind. Ich will zwar nur wenig Geld investieren, aber natürlich trotzdem genau wissen, was der Empfänger damit anstellt.

2# Welches Produkt darf es denn sein?

Insgesamt habe ich drei Produkte gefunden, die ich interessant fand. Zumindest auf den ersten Blick:

  1. Pareton.de: Die Steuererklärung online machen lassen und dadurch viel Geld sparen – gegenüber der Ausführung durch den Steuerberater. Allerdings bin ich skeptisch, ob Otto Normalverbraucher sämtliche Daten online übermitteln würde. Schied also aus!
  2. PabloundPaul.de: ist eine Online-Galerie, in der du dir Bilder bestellen kannst. Da es sich um Originale handelt, hast du tolle Sachen an der Wand hängen. Kunst mag ich zwar ganz gerne, hat mich aber auch nicht richtig überzeugt.
  3. Freygeist-bikes.com: Yes! Das Unternehmen stellt super-stylische E-Bikes her, die sich im oberen Preissegment bewegen. Zielgruppe sind gutverdienende Menschen, die in der Großstadt auf die Parkplatzsuche verzichten und lieber bequem (und schnell) mit dem Rad unterwegs sind. Da ich selbst seit einem Jahr kein Auto mehr habe und nur noch Rad fahre, passt das super. Tolles Rad, cooler Name, du siehst, ich bin begeistert!

Die Entscheidung stand also fest.

3# Verträge sorgfältig von Investition lesen

Da ich ja bereits schlechte Erfahrungen damit gemacht, was passiert, wenn ich einen Vertrag nicht richtig durchlese, läuft es jetzt anders. Zwei Verträge musste ich bei Companisto.com lesen, knapp 20 Seiten . Puh …

Eigentlich wollte ich meine erste Investition schon vor zehn Tagen machen, aber nachdem ich die ersten zehn Seiten des Vertrags gelesen habe, brauchte ich erstmal eine Pause. Geht ja nicht nur ums Lesen, sondern auch ums Verstehen. Beteiligung, Festverzinsung, Bonuszinsen, Exit, Kündigung, Unternehmenswert – das sind viele neue Begriffe.

Nun habe ich mich aber durchgeackert und bin zufrieden.

4# In Startup investieren mit wenig Geld

Angefangen habe ich mit dem kleinsten Betrag, der möglich war: 5 Euro. Cool, oder? Du brauchst nur so wenig Geld, um investieren zu können. Das finde ich super! Zwar zählt Crowdinvesting zu den risikoreichen Anlagestrategien, weil niemand weiß, ob das Unternehmen nicht in den nächsten Jahre pleite geht, aber du beschäftigst dich immerhin mit deinen Finanzen.

Wenn du dich mit dem nötigen Ernst damit beschäftigst und kleine Beträge sorgfältig investierst, halte ich das für einen guten Anfang. Wie immer bei Investitionen gilt natürlich: Nur so viel Geld einzahlen, wie du über hast! Ein Verlust darf dir nicht weh tun.

Meine fünf Euro sind nämlich erstmal weg. Schmerzhaft könnte es sein, wenn ich stattdessen ein paar hundert Euro investiert hätte und im nächsten Monat meine Waschmaschine kaputt geht. Solche Situationen sind immer im Auge zu behalten.

5# Ein paar Fakten zu meinem Investment

Am 31.12.2022 kann ich aus dem Vertrag aussteigen. Bis dahin warte ich jedes Jahr gespannt auf den 30. Juni. An diesem Tag legt Freygeist seinen Jahresabschluss vor. Wenn alles gut gelaufen ist, bekomme ich 0,0001250 Prozent vom Gewinn (pro 5 Euro Investment). Zehn Prozent davon gehen noch an Companisto.

Ich sag mal so: Bei meinem Investment hält sich der Gewinn in Grenzen. Stört mich aber nicht. Ich habe Blut geleckt und werde sicherlich noch häufiger in ein Startup investieren.

 

Kommt Crowdinvesting für dich in Frage oder hast es sogar schon einmal gemacht?

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Linda
Linda

Ich war in der Privatinsolvenz, selbstständig und hatte ständig Angst, dass mein Einkommen nicht ausreicht – auch wenn ich eigentlich immer genug verdient habe. So sah mein Leben vorher aus. Heute weiß ich, dass der Umgang mit Geld sich gut anfühlt, wenn du dein Geldbewusstsein änderst: Genieß dein Leben und spür die Fülle!

    13 replies to "In ein Startup investieren: Ich hab`s getan!"

    • Gina Haschke

      Hallo Linda,
      dein Artikel hat mich neugierig gemacht. Erst einmal konnte ich mit dem Begriff“ Crowdinvesting“ überhaupt nichts anfangen? Jetzt bin ich zumindest schon mal schlauer. Eine wirklich interessante Sache, wobei mich der 20-seitige Vertrag etwas abschreckt. Und dann scheint das keine „leichte Kost“ gewesen zu sein. Jedenfalls suche ich für meine Leserinnen der Frauen-Zukunftswerkstatt und auch für mich noch weitere Einkommensquellen bzw. sinnvolle Anlagemöglichkeiten. Daher bin ich sehr interessiert darüber mehr zu erfahren.
      Und die Idee mit den E-Bikes könnte sich durchaus durchsetzen – zumindest hier in Hamburg, die Stadt die sich „Fahrradfreundlichkeit a la Kopenhagen“ auf die Fahnen geschrieben hat.

      • Linda

        Hallo Gina,
        danke für deinen Kommentar 🙂
        So schlimm waren die 20 Seiten nicht, die sich übrigens auf zwei Verträge aufgeteilt haben.
        Im Wesentlichen bekommst du erklärt, was passiert, das ist alles 🙂 Zum Verständnis ist das echt praktisch.

        Lieben Gruß
        Linda

    • Daniel

      Hallo Linda,

      toller Artikel und wirklich interessanter Blog – auch wenn ich nicht Deiner Zielgruppe entspreche.

      Das Thema Crowdinvesting steht bei mir auch auf der Liste

      • Linda

        Hallo Daniel,
        danke für deinen Kommentar.
        Hier lesen einige Männer mit – du bist nicht alleine 😉

        Dein Blog gefällt mir, hab dich mal zu meinem Feedly hinzugefügt.
        Viel Erfolg wünsche ich dir damit!

        Lieben Gruß
        Linda

    • Bijan Kholghi

      Toller Tipp! Danke dafür.

      In Zeiten, in denen klassische Geldanlage Varianten aufgrund der nahezu nicht vorhandenen Rendite immer unbeliebter werden, ist es schön zu sehen, dass sich auch immer wieder neue und durchaus interessante Geldanlage Strategien verfolgen lassen.

      Da ich mit Crowdinvestment noch gar keine Erfahrungen habe, würde ich auch nicht mit einem hohen Betrag damit starten wollen. Aber dass man sich langsam mal an die Sache rantastet ist auch meiner Meinung nach durchaus den einen oder anderen Euro wert.

      • Linda

        Hallo Bijan,
        freut mich, dass dir der Artikel gefällt 🙂
        Sehe ich auch so. Eine Bekannte von mir investiert über Crowdinvesting schon seit mehreren Jahren und hat im Schnitt eine Rendite von bis zu 6 %, natürlich inklusive der Ausfälle.
        Das finde ich nicht schlecht 🙂

        Viele Grüße
        Linda

    • Matthias Raisch

      Hallo Linda,

      ich habe heute gesehen, dass Du ein paar Zeilen zu meinem Startup geschrieben hast, Danke! Deine Befürchtung kann ich mit realen Kunden widerlegen – wobei diese Befürchtung viele hatten, denen ich von meiner Idee berichtete. Zum Glück hat es sich nicht bewahrheitet 🙂

      Herzliche Grüße
      Matthias

      • Linda

        Hallo Matthias,
        danke für deinen Kommentar 🙂
        Immerhin bin ich dann ja nicht die Einzige mit Bedenken gewesen 😉 Freut mich aber, dass dein Startup läuft!
        Der Preis ist natürlich ein Argument – vielleicht werfe ich meine Bedenken nächstes Jahr über Board und probiere euch aus.

        Viele Grüße
        Linda

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