Die ersten 18 Jahre meines Lebens habe ich in Emden verbracht. Dort bin ich aufgewachsen, zur Schule gegangen und nach dem Abitur abgehauen.

Mittlerweile wohne ich wieder in der Nähe. Gleichzeitig aber in einer Stadt mit einem komplett anderen Flair.

Dass meine Heimatstadt einen Anteil daran haben könnte, wie ich über Geld und Erfolg denke, hätte ich nie gedacht. Aber als ich neulich damit beschäftigt war, meine Glaubenssätze zu ändern, ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen.

Geprägt durch deine Stadt

Dass ich überhaupt darauf gekommen bin, habe ich einem Freebie der Seite von Amanda Moxley (englisch) zu verdanken.

Eine Aufgabe war: Welche Glaubenssätze herrschen in deiner Heimat?

Bestimmt hast du auch schon gelesen, dass dich in der Kindheit besonders die Eltern beeinflussen. Aber letztendlich gibt es noch viele, viele weitere Faktoren, die dazu beitragen. Unter anderem der Ort, an dem du aufgewachsen bist beziehungsweise wo du lebst.

Glaubenssätze ändern: So ist Emden für mich

Ich habe mir also Gedanken gemacht, was Emden als Stadt auszeichnet und war fast erschrocken, als mir klar war, dass Sätze wie

in Emden kultiviert wurden und noch werden.

Höchste Eisenbahn, diese Glaubenssätze zu ändern!

Ausflug in die Geschichte Emdens

Aber wieso ist das dort so?

Durch die Lage am Wasser war der Hafen in Emden schon immer wichtig.

Als im 19. Jahrhundert die Kanäle in Richtung Ruhrgebiet ausgebaut wurden, zählte mein kleines Emden sogar zu den wichtigsten Hafenstädten Nordeuropas.

Wichtige Arbeitgeber Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Nordseewerke mit dem Bau von Schiffen, die Heringsfischerei und Verladung von Kohle und Eisenerz.

Du siehst, es wurde ordentlich malocht.

Ein Emder musste für sein Geld hart arbeiten.

Auch im zweiten Weltkrieg behielt Emden seinen wichtigen Status bei, was nicht verwundert: Die Nordseewerke bauten jetzt U-Boote.

Der 6. September 1944 veränderte aber alles.

Bei einem einzigen Angriff wurden fast 80 Prozent der Innenstadt zerstört.

Wie gewonnen, so zerronnen

Von ungefähr 10.000 Wohnungen sind nur 3.000 übrig geblieben. Alle Schulen, das Krankenhaus, Straßen und Brücken waren kaputt – Emden war ein Trümmerhaufen.

Weil weder genug Geld noch Arbeiter vorhanden waren, hat es Ewigkeiten gedauert, bis neue Wohnungen errichtet waren. 1964 lebten immer noch 1.000 Familien in Notunterkünften!

Krass oder?

1964 eröffnete das VW-Werk in Emden seine Pforten und ist seitdem wohl DER Arbeitgeber schlechthin. Fast jeder fünfte Emder ist dort beschäftigt.

Und wir sprechen nicht von easy-peasy Arbeit, sondern von anstrengender Schichtarbeit. Sicherlich hat sich vieles verbessert, aber Freunde von mir haben in der Schulzeit in den Sommerferien bei VW gejobt. Die Bezahlung war super, die Arbeit hart.

Auch dank VW wurde der Hafen wieder wichtiger und ist jetzt der drittgrößte Autoverladehafen Europas.

Mein Elternhaus stand zwar in einer Einfamiliensiedlung, aber am Rand der „Neuen Heimat“ und dem zweitgrößten Stadtteil Emdens. Bis heute gibt es hier eine hohe Arbeitslosenquote, einen hohen Leerstand und kaum Perspektive für die Bewohner.

Meine Zusammenfassung meiner Heimatstadt

Natürlich lässt sich nicht alles auf die Geschichte zurückführen. Aber ich glaube, sie hat ihren Anteil an den Glaubenssätzen, die ich ändere.

Arbeit in Emden war schon immer hart und Geld nicht leicht verdient: Entweder im Hafen, in der Fischerei, bei den Nordseewerken oder bei VW.

Nach dem Krieg war die Innenstadt ein Trümmerhaufen. Eine schöne Altstadt gibt es nicht, Emden ist eine Arbeiterstadt.

Hast du schon einmal Geschichte und Image deiner Stadt unter die Lupe genommen? Welche Glaubenssätze fallen dir dazu ein?

PINN FÜR SPÄTER:

Glaubenssätze ändern


Linda
Linda

Ich war in der Privatinsolvenz, selbstständig und hatte ständig Angst, dass mein Einkommen nicht ausreicht - auch wenn ich eigentlich immer genug verdient habe. So sah mein Leben vorher aus. Heute weiß ich, dass der Umgang mit Geld sich gut anfühlt, wenn du dein Geldbewusstsein änderst: Genieß dein Leben und spür die Fülle!

    17 replies to "Glaubenssätze ändern und was deine Heimatstadt damit zu tun hat"

    • Alexandra

      Ohje, Berlin. Arm aber sexy!?

    • Ursula Maria

      Na dann, muss ch mir ja keine Gedanken machen. Ich komme ursprünglich aus Augsburg. Augsburg ist die Fuggerstadt, was man heute noch an reich mit Gold und Stuck verzierten Patrizierhäusern sieht. Zu Fuggers Zeiten war Augsburg die reichste Stadt der Welt. Die Fugger waren die eigentliche Macht und haben den Kaiser Maximilian finanziert. Sie hatten soviel Geld dass Jakob Fugger, wenn er heute noch leben würde, auch heute noch der reichste Mensch wäre. ???? Danke für die Idee, denn schon hab ich neue positive Glaubenssätze zu meinem Geldbewusstsein… ?

      • Linda

        Cool, Ursula 😀

        Ich hatte als positives Beispiel immer Baden-Baden im Kopf, wusste gar nicht, dass Augsburg auch so gut dasteht 🙂

        Liebe Grüße, Linda

    • Monika Mann

      Hm, ich komm vom Dorf. Altes Dorf im Rheinland, wenn ich mal bei Bauern ausgeholfen habe, hatte ich als Jugendliche schon das Gefühl, dass das ganz schön harte Arbeit ist.
      Ich glaube allerdings, dass ich – da meine Eltern zugezogen waren – mich nie ganz zugehörig gefühlt habe. Wahrscheinlich ist das auch ein Glaubenssatz, der sich durch mein Leben zieht: Wem darf ich zugehörig sein?
      Der kommt wahrscheinlich schon aus dieser Situation im Dorf als Zugezogene. So richtig dazu gehört habe ich nie. Ich konnte mir zumindest nie richtig sicher sein.
      Interessant, diese Situation habe ich mir als finanziell freie Frau gerade wieder geschaffen. Eben dadurch, dass ich nicht mehr zur arbeitenden Bevölkerung dazu gehöre. Und das ist in meinem Alter (U50) ja noch der Großteil der Bevölkerung. Spannender Aspekt, so habe ich da noch nie drüber nachgedacht. Danke Dir für die Anregung. Liebe Grüße Monika

      • Linda

        Hallo liebe Monika,
        ja, vielleicht war es deswegen schon für dich früh klar, dass du selbst für dich sorgen musst, wenn du zu niemandem gehörst – interessant! 🙂

        Liebe Grüße,
        Linda

    • Katja

      Ich bin vor ca. acht Jahren von einem kleinen Dorf nach Hamburg gezogen und spüre seit dem deutliche Veränderungen meinen Glaubenssätze, teils bewusst, aber auch unbewusst.

      • Linda

        Hallo Katja,
        danke für deinen Kommentar 🙂
        Interessant oder? Wie sich das mit dem Wohnort ändern kann …
        Hamburg mit seinem hanseatischen Flair finde ich ein super Beispiel!! Wie war es denn in deinem Dorf?

        Liebe Grüße
        Linda

    • Claus F. Dieterle

      Als Christ habe ich vorrangig eine andere Perspektive, sie ergibt sich aus Hebräer 13,14: „Denn hier auf der Erde gibt es keinen Ort, der wirklich unsere Heimat wäre und wo wir für immer bleiben könnten. Unsere ganze Sehnsucht gilt jener zukünftigen Stadt, zu der wir unterwegs sind.“ (Neue Genfer Übersetzung) Das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung an Johannes, gibt uns in Kapitel 21 Aufklärung. Doch jetzt ein Lied zu diesem schönen Sommertag https://www.youtube.com/watch?v=_9-VLAkMxUw

    • Petra Krause

      Hallo Linda, na da bin ich auch happy in Düsseldorf aufgewachsen zu sein.
      Wir hatten zwar keine Villa, jedoch die meisten meiner Freundinnen. Also so fuhr ich u.a. mit dem Porsche zur Gymnastik, war beim Pferderennen und bin im Pool geschwommen. Jetzt wohne ich in Calw im Schwarzwald und brauche regelmäßig die Großstadt, sonst wird auch das Denken so klein.
      LG Petra

      • Linda

        Ah, dann kannst du also die andere Seite bestätigen, Petra? 🙂
        Interessant 🙂

        Liebe Grüße, Linda

    • Martha

      Wow sehr interessant u anregend .. das wird meine heutige Aufgabe..bin zur Zeit in San Diego u da fühlt sich alles so positiv anders an..Plätze/ Städte haben tatsächlich starke Energien u beeinflussen immens sowohl Denken/ Fühlen als auch das Geldverhalten..danke für deine immer so wertvollen Inputs GlG Martha

      • Linda

        Hallo Martha,
        danke 🙂
        San Diego… Kalifornien steht bei mir auf der Liste ganz oben und da im Speziellen San Francisco und San Diego 🙂

        Liebe Grüße
        Linda

    • […] einer langen Geschichte. Das Besondere daran ist, dass nicht nur die beteiligten Personen, sondern auch Orte und Wesen einbezogen […]

    • […] erholsamen Urlaub ist jetzt überhaupt nicht mehr zu denken. Den kannst du dir schließlich nicht mehr leisten. So ein […]

    • […] nach dem Abi gefolgt, bis ich schließlich nach dem Tod meines damaligen Mannes Ende 2009 wieder in meiner Heimatstadt gelandet […]

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