Ungefähr zwei Monate vor seinem Tod sitze ich mit meinem damaligen Ehemann im Arbeitszimmer, als er sich plötzlich umdreht und zu mir sagt: „Weißt du, ich habe eigentlich keine Angst vor dem Tod. Ich habe Angst, dass du finanziell mit unserem Haus überfordert bist.“

Wahrscheinlich habe ich etwas wie „Oh, nein, das wird schon irgendwie klappen“ gesagt.

Darüber gesprochen haben wir aber nie, kurze Zeit später ist er gestorben und ich war finanziell total überfordert.

Resultat Privatinsolvenz.

Hätten wir darüber gesprochen und Wege gesucht, hätten wir das vielleicht verhindern können. Und ihm wäre diese Angst genommen worden.

Weißt du, wie sich dein Mann fühlt?

Vielleicht gehört er auch zu den Männern, die nicht viel reden. Aber vielleicht gehört er wie mein damaliger Ehemann zu den Männern, die sich Sorgen um dich machen.

In diesem Artikel kommt Harold Frazier (kurz Hal) zu Wort. Hal habe ich  im November 2017 beim Tony-Robbins-Seminar in Palm Beach, Florida, kennengelernt. Er ist Chirurg und Professor an der George Washington Universität in Washington DC.

Seine Ehefrau ist Radiologin und Professorin an der Universität von Maryland. Außerdem arbeitet sie als medizinische Illustratorin.

Als ich Hal beim Seminars-Dinner erzählt habe, was ich beruflich mache, hat er erstaunt aufgesehen und gesagt:

Oh, das ist wichtig! Ich mache mir viele Sorgen, weil es mir mit meiner Ehefrau genauso geht.

Wie genau, hat er mir jetzt schriftlich beantwortet.

Hal, wer kümmert sich bei euch ums Geld?

Wir haben beide ein geregeltes Einkommen. Ich bin aber derjenige, der den Cashflow managed, der sich um die Budgets, die Versicherungen und Investitionen kümmert – kurz gesagt, ich kümmere mich um unsere kompletten finanziellen Angelegenheiten.

Meine Frau ist zwar bei den Treffen mit unserem Finanzberater dabei, aber überlässt mir den Rest.

Wie fühlst du dich, wenn du dich um dich alleine um die finanziellen Angelegenheiten kümmern musst?

Ich bin frustriert.

Wir sind sehr gut darin, einen Teil unseres Einkommens automatisch in die Altersvorsorge zu überweisen. Mit der Nutzung des restlichen Geldes sind wir aber regelmäßig überfordert.

Woran das liegt? An der exzessiven Nutzung der Kreditkarten.

Das erlaubt uns, Geld auszugeben, das wir eigentlich diesen Monat nicht mehr haben. Das wiederum führt dazu, dass wir zukünftiges Einkommen verbrennen, um die Zinsen für die Kreditkartenschulden zahlen zu müssen.

Meine Frau erkennt nicht, wie ernsthaft diese Nutzung der Kreditkarten unseren Cashflow beeinflusst. Sie versteht kaum, wie die Ausgaben unsere Budgets einschränken.

Was ist das Wichtigste, was deine Frau verstehen sollte?

Wie wichtig es für uns gewesen ist (und noch ist), dass wir automatisch Geld auf unsere Notfall- und Altersvorsorge-Konten überweisen.

Dass sie weiß, wo und wie unser Geld in die Altersvorsorge investiert wird und dass dieser Plan abgesichert ist.

Wie wichtig es für uns ist, uns an die Budgets zu halten.

Worum machst du dir am meisten Sorgen?

Ich mache mir Sorgen und ich habe Angst.

Sie versteht nicht, wie unsere Familienbudgets funktionieren. In dem Moment, wenn ich krank werde oder auch sterbe – ist sie verloren.

Ich mache mir Sorgen, dass das mangelnde Verständnis fürs Geld dazu führt, dass sie ihren jetzigen Lebensstil aufgeben muss.

Vielleicht sogar in die Insolvenz muss.

Am schlimmsten wäre für mich, wenn sie unser Haus verlieren würde.

Und ich mache mir Sorgen, dass sie keinerlei Ideen hat, wie sie sich von den ganzen entstehenden Schulden wieder befreien kann.

 

Danke, Hal!

(read the english version here)

Hast du mit deinem Mann schon einmal ein offenes Gespräch darüber geführt, wie er sich fühlt? Schreib es jetzt in die Kommentare.

Ehe Geld

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